Radotzkis möchten kürzere Bustour nutzen und scheitern an bürokratischen Hemmnissen

Lange Linie für Lisa und Ludwig

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Heimatort Wanzer: Doch dort können Lisa und Ludwig Radotzki nicht aussteigen, weil der Bus nicht hält.

Wanzer. Seit 1. November des vergangenen Jahres gibt es zwischen Orten der Verbandsgemeinde Seehausen und dem Osterburger Gymnasium eine „verkürzte Buslinie“, die die Wanzeraner Lisa (14) und Ludwig (12) Radotzki gern nutzen würden, doch damit sieht es schlecht aus.

„Die Mühlen der Bürokratie im Landkreis Stendal mahlen langsam“, ärgert sich Mutter Sandra Radotzki, die seit etlichen Wochen einen Schriftverkehr mit den Behörden führt. Die verkürzte Tour führt von der Biesestadt über Deutsch, Drösede, Gollensdorf, Bömenzien und Aulosen nach Wanzer. Doch in dem Alanddorf befindet sich kein Haltepunkt. Stattdessen werden die beiden Wanzeraner Gymnasiasten von Osterburg, Seehausen und Wahrenberg in ihren Heimatort gebracht – und das ist auch mit Umsteigen und Wartezeiten verbunden. „Bei der verkürzten Linie wäre eine Zeitersparnis von rund 30 Minuten gegeben“, sagt Sandra Radotzki und zitiert aus einem ihrer Schreiben an den Landkreis: „Logischerweise ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar, warum jetzt auf Kosten unserer Kinder solch eine Hinhaltetaktik oder eine Zeitverzögerung praktiziert wird, obwohl diese verkürzte Buslinie fährt, Kapazitäten vorhanden sind und Wanzer auf dem Weg liegt. Uns bleibt wieder nur der Part der Bittsteller. “.

Dr. Denis Gruber, Erster Beigeordneter des Landrates, bittet die Radotzkis um Geduld: „Ich kann Ihnen versichern, dass alle beteiligten Verantwortlichen, einschließlich des Landrates, intensiv an Lösungsmöglichkeiten arbeiten und bitten Sie das Ergebnis abzuwarten.“ Für Sandra Radotzki stirbt die Hoffnung zuletzt, aber sie wünscht sich endlich akzeptable Antworten und ist mit ihrer Geduld schon längst am Ende.

Von Thomas Westermann

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