Auf ins Land der Maharadschas

+
Uhrmachermeister Günther Haut reist morgen nach Indien. In einem einstigen Maharadscha-Palast wird er mit weiteren Fachleuten dort historische Zeitmesser reparieren.

Seehausen - Von Thomas Westermann. Der Seehäuser Uhrmachermeister Günther Haut hat sich nicht nur in und um Seehausen mit seiner Handwerksarbeit einen Namen gemacht, sondern auch am einstigen Zarenhof im russischen St. Petersburg.

Dort weilte er schon häufig, um gemeinsam mit Mitstreitern vom Fachkreis Historische Uhren Schloss Raesfeld alte Zeitmesser zu reparieren. Der Fachkreis entstand 1996 aus den Zertifikatslehrgängen für Uhrmachermeister in der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld. Die Zielsetzung ist, Uhren als wertvolles Kulturgut zu erhalten und fachgerecht zu restaurieren. Eine neue Herausforderung gibt es für sieben Uhrmachermeister in den nächsten zwei Wochen. Teilweise in Begleitung ihrer Ehepartner reisen die Fachleute zum Umaid-Bhawan-Palast ins nordwestindische Jodhpur in der Provinz Rajasthan, in dem einst die Maharadschas herrschten. Derzeit wird der Palast als Museum und auch als Hotel genutzt. Am morgigen Sonnabend startet der Flug von Frankfurt/Main in das südasiatische Land. Mit dabei ist auch Günther Haut und seine Ehefrau Sigrid.

Die Kontakte zwischen den deutschen Uhrmachern und dem indischen Palast kommen aufgrund eines Fernsehberichts zustande, der die Handwerksmeister bei ihrer Arbeit in St. Petersburg vor einigen Jahren zeigte und auch in Indien zu sehen war. Die Innenarchitektin des Palastes war mit dem Hamburger Uhrmacher Wolfgang Dohmann bekannt, der ebenfalls dem Fachkreis angehört und am Zarenhof Zeitmesser reparierte. Da auch noch im einstigen Maharadscha-Domizil viele Zeitmesser aus der englischen Kolonialzeit auf Instandsetzung warten, lud sie die deutschen Experten ein. Günther Haut freut sich auf die Aufgaben, die ihn dort bis Ende Februar erwarten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare