Zweiter Bauabschnitt für Kleiderkammer: Seehäuser fühlen sich in ihrem Tatendrang gehemmt

Land bremst DRK-Ortsverein aus

Ines Schatz-Voigt ist verantwortlich für die DRK-Kleiderkammer an der Seehäuser Schulstraße. 24 500 Textilien gingen im vergangenen Jahr an Bedürftige über den Ladentisch.

Seehausen. Lieber heute als morgen hätte die Leiterin der Seehäuser DRK-Begegnungsstätte, Marlies Duffe, den zweiten Bauabschnitt für die Kleiderkammer auf dem Gelände an der Schulstraße umgesetzt. Doch es klemmt noch immer. Sehnsüchtig wartet sie auf Fördermittel vom Land.

Doch da scheint der See still zu ruhen. „Wir stehen seit über einem dreiviertel Jahr mit dem Vorhaben in den Startlöchern“, meint Duffe ungeduldig. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 100 000 Euro. 60 000 Euro wird an Fördergeld erwartet, 40 000 Euro stehen an Eigenmitteln vom DRK-Kreisverband „Östliche Altmark“ und vom DRK-Ortsverein Seehausen bereit. Der Umbau eines einstigen Garagenkomplexes zu einem ansprechenden Verkaufsareal macht sich erforderlich, da die gegenwärtige Räumlichkeit zu klein ist und die Waren von der Kleiderkammerverantwortlichen Ines Schatz-Voigt nicht vernünftig präsentiert werden können.

Für die Kleiderspenden stehen im Altkreis Osterburg 49 Container bereit. Insgesamt sammelten die Rotkreuzler im vergangenen Jahr 141 Tonnen Altkleider. 24 500 Textilien gingen an Bedürftige über den Ladentisch. Weitere 3000 Textilien sponserte der DRK-Ortsverein für das Hilfswerk von Tschernobyl“, für die Rumänienhilfe und für eine Partnergemeinde der evangelischen Kirche im afrikanischen Tansania.

Was Marlies Duffe sehr bedauert, ist die Tatsache, dass uneinsichtige Zeitgenossen immer häufiger die Kleidercontainer zur Entsorgung ihres Hausmülls und anderer Dinge nutzen. Nicht selten befinden sich Lebensmittelreste und Windeln darin. Jüngst entsorgte jemand sogar einen Weihnachtsbaum mit samt der Beleuchtung. „Für die drei Frauen, die Ines Schatz-Voigt unterstützen, besteht dadurch eine hohe Verletzungsgefahr“, merkt Marlies Duffe kritisch an.

Von Thomas Westermann

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