17. GEO-Tag: Tiere und Pflanzen für 24 Stunden unter Beobachtung

Was kreucht und fleucht

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Vor der Alandbrücke ließ sich der Hydrobiologe Reinhard Müller bei der Bestimmung der Wassergüte von einigen Interessierten über die Schulter schauen.

Wanzer. Naturfreunde aus Deutschland und den Nachbarländern begingen den 17. GEO-Tag der Artenvielfalt. Innerhalb von 24 Stunden konnten in einem selbst festgelegten Gebiet möglichst viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten entdeckt werden.

Gesucht wurde in Parks, auf Wiesen, in Feldgehölzen, am Flusslauf oder im eigenen Garten. Das diesjährige Thema lautete: „Wie viel Raum braucht die Natur? Wo stößt die Artenvielfalt an ihre Grenzen?“ Dieser GEO-Tag der Artenvielfalt ist die größte Feldforschungsaktion in Mitteleuropa. Der zentralen Hauptveranstaltungsorte wurden in diesem Jahr auf die Burg Lenzen und nach Wanzer gelegt. Die AZ war in Wanzer und sprach dort mit der Pressesprecherin Katrin Evers über dieses Ereignis. „Eines der verbliebenen Auen-Juwele ist das Gebiet der Hohen Garbe im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. “.

Auf dieser Halbinsel mit einer Größe von mehr als 200 Hektar bilden Eichen- und Flatterulmenbestände mit einem hohen Anteil an Totholz eine typische Hartholzaue. Schwarzstörche und Eisvögel fühlen sich ebenso wie Seeadler und Fischotter zu Hause. Die Hohe Garbe zählt zu den größten und wichtigsten verbliebenen Hartholzauen an diesem Abschnitt der Elbe zwischen Lenzen und Wittenberge. Eine Aue muss aber regelmäßig überschwemmt werden, um lebendig zu bleiben.

Aber in diesem Gebiet ist die natürliche Dynamik des Flusses unterbrochen. Deshalb soll im Zusammenhang mit dem BUND und weiteren Partnern der alte Deich an der Hohen Garbe geschlitzt werden, um die Hohe Garbe an den natürlichen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser anzuschließen. Zusätzlich sollen im Einvernehmen mit der Land- und Forstwirtschaft ausgewählte Wald- und Wiesenflächen erworben werden, damit sich große Teile der Region zu einer natürlichen Flussaue entwickeln können. Die Hohe Garbe kann in seiner Artenvielfalt ohne weiteres mit vielen Nationalparks konkurrieren. 70 Experten aus dem Bereich von München bis Schleswig-Holstein sowie aus Österreich waren an diesem GEO-Tag zusammen mit 20 Nachwuchsforschern unterwegs, um die Arten zu bestimmen und sie zu kartographieren. „Nur was man kennt, wird man auch schützen“, so Evers, und deshalb wird viel Wert auf Nachwuchsförderung gelegt.

Dafür dienten auch die Führungen für Jedermann, bei der Pflanzen bestimmt wurden. Um eine Vorstellung von der Vielfalt an Fischen in dem Aland zu bekommen, wurden Fische mittels der Elektrofischerei zeitweise betäubt und bestimmt. Es gab sogar nächtliche Erkundungen, bei der Fledermäuse und Nachtfalter erforscht wurden. Hydrobiologen untersuchten zudem die Wassergüte des Alands und an der Bockwindmühle lud ein Infozentrum der Bioshärenreservatsverwaltung zur naturkundlichen Bildung ein.

Von Walter Schaffer

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