Moskauer Männerchor „Heiliger Wladimir“ begeistert in Stiftskirche rund 240 Musikfreunde

Kraftvolle Stimmen in St. Nikolaus

Mit seinem umfangreichen Repertoire erfreute der Chor die rund 240 Besucher in der rappelvollen Kirche St. Nikolaus zu Beuster. Das grandiose Konzert war gleichzeitig der Auftakt für die diesjährige Veranstaltungsreihe im romanischen Gotteshaus.

Beuster. Die diesjährige Veranstaltungsserie des Fördervereins St. Nikolaus-Kirche zu Beuster wurde mit einem quasi Paukenschlag gestartet. Schon eine halbe Stunde vor dem Beginn waren die 200 aufgestellten Stühle im Kirchenschiff restlos belegt.

Damit die übrigen 40 Besucher noch einen Platz in den beiden Gängen der Kirche finden konnten, mussten die Mitarbeiter des Vereins noch alle Stühle aus dem Pastorat zusammen holen. „Es ist ein absoluter Rekord“, meinte Pfarrer Roland Jourdan, der in Vertretung des Vereinsvorsitzenden, Dr. Volker Stephan, die Besucher und den Chor aus dem fernen Russland begrüßte. Dieser Klangkörper mit dem Namen „Chor des heiligen Wladimir“ weilt erneut auf Einladung der Deutsch-Russländischen Gesellschaft aus der Lutherstadt Wittenberg zu einer Tournee durch den Norden Deutschlands.

Vom Vorstandsmitglied der Gesellschaft und Moderator bei den Chorauftritten, Dr. Heinz Wehmeier, war vor und beim Konzert über den Chor einiges zu erfahren. So wurde dieser nichtkommerzielle Klangkörper im Jahre 1993 gegründet. Er besteht aus sieben Sängern unter der Leitung von Nikolaj Boglewskij. Alle Sänger verfügen über eine Hochschulausbildung und singen seit vielen Jahren in verschiedenen Kirchen- und Klösterchören. Die Moskauer musizieren ausschließlich für einen guten Zweck. Seinen Namen hat der Chor vom ehemals modernsten und größten Kinderkrankenhaus Moskaus, dem Krankenhaus des Heiligen Wladimir mit seiner Dreifaltigkeitskirche. Dieses Krankenhaus und die Kirche haben inzwischen einen enormen Renovierungsbedarf. Für den guten Zweck singt ausschließlich der Chor, und die begeisterten Zuhörer in Beuster honorierten das auch mit einer Spende von gut 1400 Euro, wie vom Pfarrer zu erfahren war.

Mit einer breiten Palette von weltlichen und sakralen Gesängen, die mal voller Melancholie, dann wieder schwungvoll folkloristisch getragen waren, begeisterte der Chor mit Ensembleleistung oder mit technisch überaus brillantem Sologesang das Publikum. Nicht enden wollte der Beifall, beispielsweise bei dem auf Deutsch gesungenen Volkslied von der Gedankenfreiheit, dem Abendklang (Kolokoltschik) oder Katjuscha. Kraftvoll und stimmgewaltig zeigte sich dabei besonders Michail Newsorow als Solist. Als äußerst angenehm empfanden die Zuhörerinnen und Zuhörer die Moderation, mit der ein gelungener, mit geschichtlichen Fakten unterlegter Übergang zwischen den Titeln erfolgte. Nach dem verdienten und gewaltigen Schlussbeifall gab es natürlich noch eine Zugabe und anschließend bekräftigten der Chorleiter und Pfarrer Roland Jourdan, dass diese Konzerte dazu beitragen, die alten Vorurteile abzubauen und etwas für den Erhalt des Friedens beizusteuern.

Von Walter Schaffer

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