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„Mehr Herzblut für Verkehrswende“

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Von: Thomas Westermann

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Mann mit Fahrrad
Für Bernd Kloss ist das Fahrradfahren ein Teil der Alltagsmobilität. Doch um diese Mobilität weiter zu etablieren, müsste nach Meinung des Kommunalpolitikers aus Wanzer dafür noch viel mehr getan werden. © Thomas Westermann

Seehausen. Wanzeraner Bernd Kloss (Linke) ist leidenschaftlicher Pedalritter, und als Mitglied des Verbandsgemeinderates Seehausen vertritt er das Gremium in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen. Im Gespräch mit der AZ sagt er, was für Drahteselfreunde verbesserungswürdig sein sollte und äußert sich zur seiner Meinung nach nötigen Verkehrswende.

Das Fahrradfahren sei Teil der Alltagsmobilität – auch und gerade auf dem Land – oder sollte es aus vielen vernünftigen Gründen wieder werden. Die Ausschließlichkeit der Automobilität sei längst überholt und von gestern, findet Kloss. Diese Erkenntnisse könne man auch von der neuen Regionalbereichsleiterin der Landesstraßenbaubehörde Bereich Nord, Meike Portius, erwarten. Sie fahre 1076 Straßenkilometer im Landkreis Stendal ab, um sich ein Bild zu machen. Der Wanzeraner weiter: „Löblich. Wie viel Fahrradwege waren dabei? Radler empfehlen die L 2, um Erfahrungen zu sammeln. Die notwendige Verkehrsreform muss endlich auch in Köpfen ankommen.“ Der rechtliche Rahmen der Straßenbaulastträger sei nach wie vor total autofixiert und tauge nicht mehr für die Aufgaben der Zukunft. Das ganze Gespinst bürokratischer Barrieren müsse gelüftet werden.

Planer und Politiker müssen mit der wachsenden Ungeduld der betroffenen Menschen rechnen, versprochen – seit Jahren – sei ja einiges. Für den einstigen Hamburger Sozialpädagogen sei die Landesstraße 2 der Lackmustest für die nächsten Jahre. Probleme gebe es natürlich auch im Kleinen: „Frustrierend, wenn jahrelang alle Bauhürden eines Fahrradweges in der Verbandsgemeinde Seehausen abgearbeitet werden und der Grunderwerb für ein letztes Teilstück verweigert wird“, weiß der Wahl-Altmärker. Kommunalpolitiker haben Ortskenntnis, seien vorausschauend und können Probleme manchmal auf dem „kleinen Dienstweg“ einer Lösung zuführen. Aber es brauche ja immer die übergeordnete Behörde. Wenn die Antworten aus dem Landratsamt aber eine engstirnige Schreibtischmentalität offenbaren, sei das ernüchternd und frustrierend. „Wir brauchen mehr Engagement, mehr Herzblut für die Verkehrswende, für das Leben auf dem Land“, so Kloss.

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