Kommunalpolitiker sehen Legalisierung der Droge mit gemischen Gefühlen

„Ohne Cannabis klargekommen“

Cannabis
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Mit der neuen Bundesregierung soll der Konsum von Cannabis legalisiert werden. Kommunalpolitiker in der Verbandsgemeinde Seehausen und in der Einheitsgemeinde Osterburg sehen das skeptisch.
  • Thomas Westermann
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Seehausen/Osterburg. Dieser Plan der Ampel-Koalition wäre eine grundlegende Kursänderung in der Drogenpolitik: Der Konsum von Cannabis soll legalisiert werden. Die Meinungen darüber gehen auseinander: Laut einer Umfrage sind ebenso viele Befragte für die Legalisierung wie dagegen. Die AZ hat bei Kommunalpolitikern in der Verbandsgemeinde Seehausen und in der Einheitsgemeinde Osterburg nachgefragt, wie sie über die Cannabis-Legalisierung denken.

Detlef Neumann, ehrenamtlicher Bürgermeister in der Hansestadt Seehausen, kann sich mit der Legalisierung der Droge nicht anfreunden. „Ich bin damals in der DDR aufgewachsen, und im Osten ist man auch ohne Cannabis klargekommen. Warum sollte die Droge jetzt legal werden?“, fragt sich der Wischestädter.

„Das Thema wird schon seit Jahrzehnten in der Politik diskutiert. Ich denke aber nicht, dass mit der Freigabe ein vermehrter Konsum entsteht“, sagte Bernd Kloss, der Mitglied im Verbandsgemeinderat Seehausen ist und die Federführung bei der Initiative „Seehausen links“ hat. Für ihn sei der Gebrauch von Cannabis eine „persönliche Entscheidung von Menschen, die nicht diskriminiert werden sollten“. Und: „Der Genuss von Cannabis war für mich persönlich nicht wichtig, für andere aber eben schon“, so der Wanzeraner, der einst als Sozialpädagoge in Hamburg tätig war.

Jürgen Emanuel, Ratsmitglied in der Hansestadt Osterburg, kann der Legalisierung nur bedingt zustimmen. „Cannabis sollte nur unter bestimmten Bedingungen zugänglich sein. Beispielsweise, wenn das Kraut für gesundheitliche Dinge hilfreich ist. Es sollte dabei aber immer ein Arzt zurate gezogen werden. Unkontrolliert sollte Cannabis nicht freigegeben werden, jedoch auf Rezept schon, wenn es für medizinische Behandlungen erforderlich ist. Keinesfalls sollten sich die Leute damit zudröhnen“, so die Meinung des Biesestädters.

„Wenn es um die Linderung von schweren Leiden und zur Genesung von Patienten im medizinischen Bereich geht, dann bin ich für den Einsatz von Cannabis. Ansonsten hätte ich bei der Freigabe meine Bedenken. Jahrzehntelang sind wir ohne Cannabis ausgekommen, warum soll es jetzt legalisiert werden?“, fragt sich Klaus-Peter Gose, Osterburgs Ortsbürgermeister. Und der langjährige Kommunalpolitiker fügt noch hinzu: „Es gibt ganz andere Probleme in Deutschland und in der Welt, da muss man sich nicht noch um die Legalisierung von Cannabis kümmern.“

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