Kommunalpolitiker informieren sich über Autobahnbau bei Wittenberge

Elbebrücke ist das A-14-„Herzstück

Vier Männer auf Baustelle
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Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (r.) begrüßte seine Amtskollegen Nico Schulz (v.l.) aus Osterburg und Rüdiger Kloth aus Seehausen auf der A-14-Baustelle. Mit dabei Speditionsunternehmer Detlef Benecke aus Wittenberge.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Die Baustelle für die Autobahn 14 bei Wittenberge gleicht derzeit einem Ostseestrand. Unermüdlich sind Traktorfahrer dabei, Sand aus einer Entnahmestelle zu befördern. Um sich über den Stand der Bauarbeiten zu informieren, hatte Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen, bei dem auch seine Amtskollegen, Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth und Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz, zugegen waren.

Was irgendwie an Urlaub erinnert, ist jedoch lediglich die erste Schuttlage für die künftige A 14, die sich noch setzen müsse, erläutert Abteilungs- und Projektleiter Holger Behrmann von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES). Zwei weitere Ebenen werden folgen, die bis zum Ende des Jahres fertig sein sollen. Mehr werde in diesem Jahr vom A-14-Bau nicht zu sehen sein. Im nächsten Jahr soll mit der Verlegung der B 189 begonnen werden. „Das Herzstück der Autobahn ist die neue Elbebrücke“, meint Behrmann. Baustart dafür sei im Frühjahr des nächsten Jahres. Die Flussquerung hat eine Länge von circa 1100 Metern und eine Breite von 30,40 Metern. Zum Vergleich: Die gegenwärtige Straßenbrücke ist nur 12,50 Meter breit. Die Kosten für das „Herzstück“ belaufen sich auf über 100 Millionen Euro. Zuvor erfolgen noch die weitere Suche nach Kampfmitteln und auf sachsen-anhaltinischer Seite archäologische Untersuchungen im Herbst dieses Jahres. Behrmann spricht zudem von einem schwierigen Baugrund auf der Wittenberger Seite. „Der in Sachsen-Anhalt hingegen ist besser“, weiß der DEGES-Mitarbeiter. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. 2025 soll der etwa elf Kilometer lange Abschnitt zwischen Seehausen und Wittenberge fertig sein.

Seehausens Verwaltungschef Kloth machte deutlich, dass die Altmark der „größte autobahnfreie Raum in Deutschland ist“ und erwähnte auch die Klage eines Umweltverbandes und die Waldbesetzung bei Losse der A-14-Gegner, die sich für einen Ausbau der vorhandenen B 189 aussprechen. „Man würde den Leuten nicht vermitteln können, dass im Süden und Norden die A 14 befahrbar ist und auf einem Stück von zehn bis 16 Kilometern eine Bundesstraße befahren werden muss.“ Bürgermeister Schulz erinnerte an seine erste kommunalpolitische Tätigkeit in Osterburg vor genau 22 Jahren. „Damals sammelte ich in kürzester Zeit 1700 Unterschriften für den A-14-Bau.“ Und der Ostaltmärker erwähnt immer wieder gern, dass die A 14 die grünste Autobahn in ganz Deutschland sein werde. Er meint damit, die vielen Ausgleichsmaßnahmen. „Wenn ein Wald wegen der Autobahn gefällt werden muss, dann wird wieder aufgeforstet.“

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