Kommunalpolitiker erinnern sich an die Terroranschläge in den USA

„Es kam mir so unwirklich vor“

World Trade Center nach Terroranschlag eingestürzt
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Die zusammenbrechenden Türme des World Trade Centers in New York am 11. September 2001.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen/Osterburg. 11. 09. 2001: Dieses Datum wurde zu einem Synonym für Terror: Am 11. September, genau heute vor 20 Jahren, verübten islamistische Al-Qaida-Terroristen Anschläge auf das World Trade Center in New York und auf das Pentagon. Dabei kamen rund 3000 Menschen ums Leben. Als Reaktion auf die Anschläge erklärten die USA Afghanistan den Krieg, mit dem Ziel, das Taliban-Regime zu stürzen und Al-Qaida zu zerstören. AZ hat bei einigen Kommunalpolitiker nachgefragt, wo sie waren und wie sie den 11. September 2001 erlebt haben.

Bernd Prange, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, kann sich an den Tag noch genau erinnern. Er befand sich auf der spanischen Ferieninsel Ibiza und hatte gerade in der Pension seine Sachen für den Rückflug gepackt, als im Fernsehen die Bilder vom Angriff auf das World Trade Center zu sehen waren. „Auf dem Flughafen mussten dann die Maschinen vollgetankt werden, weil die Piloten nicht wussten, wie lange man in der Luft bleiben wird. Das war schon ein mulmiges Gefühl, wenn man andauend die Bilder von den Flugzeugeinschlägen sieht und selbst noch fliegen muss. Letztlich sind wir gut in Hannover gelandet, wo der Flughafen von schwerbewaffneten Sicherheitskräften bewacht worden war.“

Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, war damals für Öffentlichkeitsarbeit im atomaren Zwischenlager Gorleben beschäftigt und hielt vor einer Gruppe einen Vortrag zu Sicherheitsaspekten, wobei es auch um Flugzeugabstürze ging. So kam die Frage auf, was passiert, wenn ein Flugzeug auf einen Castorbehälter stürzt? Kurze Zeit später sah Kloth die brennenden Türme in New York. „Keiner wusste damals, ob die Anschläge auf die USA begrenzt waren oder ob beispielsweise Berlin davon hätte betroffen werden können. Der 11. September 2001 ist ein Datum, da weiß jeder, was er damals gemacht hat, als die Taten geschehen waren.“

„Ich war damals Bundeswehroffizier und bei einer Stabsübung, dabei habe ich die Nachrichten verfolgt“, sagt Nico Schulz, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg. Später wurden dann Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan eingezogen. Doch im Jahr 2002 hatte Altmärker Schulz bereits die Bundeswehr verlassen und wurde als CDU-Abgeordneter in den sachsen-anhaltinischen Landtag gewählt. Zuvor hatte er noch erlebt, wie sich die Bundeswehrsoldaten auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet haben. „Die Zeit des Anschlags war eine besondere Situation, man habe mit großer Verunsicherung in die Zukunft geblickt.“

Jürgen Emanuel, Mitglied im Osterburger Stadtrat, gastierte mit den biesestädtischen Blasmusikanten bereits 1997 und 2000 in verschieden amerikanischen Metropolen wie Minnesota, Chicago und Detroit. Im Herbst 2001 wollten die Altmärker erneut in die Vereinigten Staaten aufbrechen, doch dann kamen die Anschläge, die Planungen mussten gestrichen werden. Die Terrorattacken hatte Emanuel in Osterburg verfolgt. „Es kam mir so unwirklich vor, aber die Wirklichkeit war da.“ Vor zwei Jahren unternahm er erneut eine USA-Reise, diesmal privat. Dabei besuchte der Biesestädter die Gedenkstätte im New Yorker Ground Zero. „Da kamen mir die schrecklichen Bilder vom 11. September 2001 nochmals in Erinnerung.“

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