Kommunalpolitiker äußern sich zum Brandanschlag am Seehäuser Bahnhof

„Es war versuchter Mord“

Brandreste am Seehäuser Bahnhof
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Die Reste vom Brandanschlag am Seehäuser Bahnhof: Kommunalpolitiker in der Verbandsgemeinde Seehausen verurteilen die Tat in der Nacht zum Montag.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Seehausen. Ein Brandanschlag auf dem Seehäuser Bahnhof in der Nacht zum Montag (AZ berichtete) galt vermutlich den Waldbesetzern bei Losse, die dort ihr Basislager aufgeschlagen hatten. AZ hat bei einigen Kommunalpolitikern hinsichtlich einer Stellungnahme zu der Tat nachgefragt.

Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, verachte und missbillige diesen Brandanschlag aufs Schärfste. „Wir können von Glück reden, dass das Feuer rechtzeitig von unserer Feuerwehr gelöscht werden konnte. Ebenso war es einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich zu dem Zeitpunkt keiner der A-14-Gegner im Gebäude aufgehalten hat. Gewalt gegen Personen oder Gegenstände kann und darf kein Mittel zur Durchsetzung von persönlichen Interessen oder Überzeugungen sein. Wir leben in einem demokratischen Rechtssystem und niemandem ist es gestattet, sein vermeintliches Recht selbst in die Hand zu nehmen.“ Zur seriösen Betrachtung der Gesamtsituation gehöre aber auch die Tatsache, dass im Losser Wald seit Wochen Aktivisten gegen Gesetze und Verordnungen verstoßen. Es wurde Privateigentum ohne Erlaubnis des Eigentümers besetzt, Gebäude ohne baurechtliche Genehmigung im Außenbereich errichtet, gegen das Landeswaldgesetz werde verstoßen und die geltenden Regeln im Infektionsschutzgesetz und der Eindämmungsverordnung werden konsequent ignoriert, schreibt Kloth unter anderem in den sozialen Medien. Er fordere A-14-Gegner und A-14-Befürworter auf, „die Grundsätze unserer Demokratie nicht mit Füßen zu treten und Handlungen, die über die normale freie Meinungsäußerung hinaus gehen, zu unterlassen“.

„Es ist dringend notwendig, dass Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth und der ehrenamtliche Bürgermeister der Hansestadt Seehausen, Detlef Neumann, öffentlich Stellung zu dieser Tat beziehen“, äußert die Seehäuser Stadträtin Susanne Bohlander auf AZ-Anfrage. Beide sollten deutlich machen, dass Gewalt gegen Menschen nicht infrage komme. Es könne nicht sein, dass es mitten in Seehausen zu Gewalttätigkeiten komme und die Demonstranten im Losser Wald bedroht werden. „Es war versuchter Mord“, meint die Kommunalpolitikerin mit Blick auf den Brandanschlag am Bahnhof. Wie der Landrat richtig gesagt habe, müsse jeder in einem demokratischen Rechtsstaat seine Meinung äußern dürfen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen müssen sich die beiden Bürgermeister äußern, fordert Bohlander.

„Der Brandanschlag ist natürlich überhaupt nicht vertretbar“, meint Seehausens Stadtoberhaupt Detlef Neumann gegenüber der AZ. „Wer die Täter waren, darüber gibt es derzeit nur Mutmaßungen, die noch nicht bestätigt sind. Es wurde Eigentum beschädigt und Menschen hätten auch verletzt werden können. So eine Tat ist nicht hinnehmbar. Mehr möchte ich vorerst nicht offiziell sagen“, so das Oberhaupt der Hansestadt Seehausen.

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