Kommunalpolitiker äußern sich zum Ablauf des Ultimatums für Waldbesetzer

„Höchste Zeit, dass geräumt wird“

Waldbesetzung der A-14-Gegner  bei Losse
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Kommunalpolitiker wollen eine schnelle Räumung des besetzten Waldes.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Losse. Das vom Landkreis Stendal gesetzte Ultimatum an die Waldbesetzer ist in dieser Woche abgelaufen (die AZ berichtete). Die Aktivisten, die gegen den Weiterbau der A 14 Teile eines Privatwaldes bei Losse besetzt haben, reagierten nicht auf die behördliche Anordnung. Laut Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth müssen bis zur Räumung noch juristische Belange geklärt werden. Wie die AZ weiter erfahren hat, sammele sich der Landkreis erst einmal und suche eine Strategie. Voraussichtlich bis Pfingsten werden keine große Maßnahme gefahren, war aus zuverlässiger Quelle zu vernehmen. Die AZ wollte von Kommunalpolitikern wissen, ob die abwartende Haltung des Landkreises gerechtfertigt ist oder ob härtere Bandagen angelegt werden sollten.

Bernd Prange, Kreistagsmitglied und Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Hohe, zu der auch Losse gehört, greift in dieser Angelegenheit Patrick Puhlmann an. „Der ist für mich kein Landrat. Wenn wir nächste Woche im Kreistag darüber abstimmen würden, ob der Wald geräumt wird oder nicht, würde er sich enthalten. Er ist ein lieber, netter Mensch, aber keine Führungskraft, die wir für unseren Landkreis benötigen.“

„Wenn nicht schnell gehandelt wird, droht die Sache im Sande zu verlaufen“, vermutet Detlef Neumann, Bürgermeister der Hansestadt Seehausen. Und weiter: „Es wird Zeit, dass der Wald geräumt wird. Die Besetzung kann man nicht länger dulden. Hätten die Aktivisten sich im Seehäuser Stadtwald eingenistet, würde ich härter durchgreifen.“

„Ich würde die dort hocken lassen bis zum Sankt-Nimmerleinstag. Der Wald ist zwar Privateigentum, aber lass’ die doch da sitzen. Bis der Wald für die A 14 gerodet wird, vergehen ohnehin noch ein bis zwei Jahre“, äußert Dirk John, Mitglied im Verbandsgemeinderat Seehausen und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus der Verbandsgemeinde.

Willi Hamann, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Wische und Mitglied im Seehäuser Stadtrat, hätte sich ein früheres Eingreifen gegen die Waldbesetzer gewünscht. „Wenn man gleich zu Beginn ein oder zwei Hütten weggenommen hätte, wäre das leichter gewesen, als wenn man sieben bis acht beseitigen muss. Es ist schon eigenartig, da besetzen die Leute Privateigentum und nichts passiert. Wenn ich Fremde in meinem Garten hätte, würde ich die Polizei rufen und die wären dann schnell weg. Im Losser Wald hingegen passiert nichts, da verstehe ich die Rechtssprechung nicht.“

„Schnellstens raus mit denen, die haben im Privatwald nichts zu suchen. Der Landkreis sollte schnell in dieser Angelegenheit handeln. Ich habe auch mit Arbeitskollegen über das Thema gesprochen, die waren alle dafür, dass die Waldbesetzung schnell geräumt werden sollte“, sagt Falk Butnop, Mitglied im Gemeinderat Zehrental.

Hans Hildebrandt, Bürgermeister der Gemeinde Aland und Vorsitzender des Verbandsgemeinderates Seehausen, artikuliert sich so: „Es ist höchste Zeit, dass geräumt wird. Gegen den A-14-Weiterbau muss nicht mehr demonstriert werden, der ist schon vor Jahren entschieden worden. Besser wäre es, wenn sie für mehr Radwege in Deutschland kämpfen würden.“

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