Altmärkischer Heimatbund hatte zum Neujahrsempfang auf Gut Priemern eingeladen

König Friedrich II. im Fokus

Knapp 70 Gäste waren der Einladung des Altmärkischen Heimatbundes zum Neujahrsempfang auf Gut Priemern gefolgt. Fotos (2): Schaffer

Priemern. Zum diesjährigen Neujahrsempfang hatte der Altmärkische Heimatbund seine Mitglieder in das Sozialtherapeutische Zentrum im ehemaligen Rittergut Priemern eingeladen.

„Jedes Jahr findet dieser Empfang an einem anderen Ort in der Altmark statt, und da in diesem Jahr der 300. Geburtstag vom Preußenkönig Friedrich II. ansteht, ist Priemern dazu ein würdiger, geschichtsträchtiger Ort“, so der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Norbert Lazay aus Gladigau. Damit alle knapp 70 Gäste mit ihm auf ein erfolgreiches Jahr anstoßen konnten, hatte der Gastgeber, Uwe Lenz, persönlich jedem ein Glas gesponserten Sekt überreicht. Stellvertretend für die vielen Besucher brachten Katrin Kunert, Mitglied des Bundestages, und Eckhard Gnodtke, Stellvertreter des Landrates aus dem Altmarkkreis Salzwedel, die Grußworte an das Gremium. Was ist an dem Preußenkönig Friedrich dem Großen, der aber nur 1,60 Meter Körpergröße hatte, dran, dass man ihm zu seinem 300. Geburtstag so viele Veranstaltungen, Buchneuerscheinungen, Briefmarken und eine Münze widmet? Mit dieser eingangs gestellten Frage begann Norbert Lazay ein vielfältiges Bild des Königs anzudeuten, der teils als Herr über die Herzen und teils als König der Widersprüche gehandelt wird. Zum intensiven Studiums dieser Materie führte er an, dass allein über diesen König 7000 Bücher, davon 36 Neuerscheinungen, geschrieben wurden. In diesem Zusammenhang verwies Norbert Lazay auf die anstehende Fachtagung in Letzlingen, auf der Prof. Jürgen Luh, die graue Eminenz für alle Veranstaltungen in Brandenburg, über Friedrich dem Großen zwischen Kitsch und Kunst sprechen wird. Über weitere geplante Fahrten und Veranstaltungen wurde berichtet. Der 20. Geburtstag des Altmärkischen Heimatbundes wird am 3. November dieses Jahres im Festsaal des Rathauses in Stendal stattfinden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seine Zusage dazu schon gegeben.

Im zweiten Punkt der Veranstaltung gab Gastgeber Uwe Lenz einen historischen Rückblick vom Rittergut Priemern, welches 1323 erstmals urkundlich durch die Schenkung von Getreideernten an das Kloster Arendsee erwähnt wurde. In der wechselvollen Zeit zwischen der Ersterwähnung und dem Jahre 1913, als das Gut in bürgerliche Hände kam, lag auch der Besuch eines Preußenkönigs vor Ort. Ein Enkel von Friedrich II., Friedrich-Wilhelm IV., der von 1840 bis1858 regierte, machte bei seiner Huldigungsreise unter anderem in Priemern Station und übergab dort als Gastgeschenk eine Platane. Diese hat sich prächtig an der Friedhofsmauer entwickelt und kann von der Straße aus gesehen werden.

Einen Großteil seiner Ausführungen nutzte Geschäftsführer Uwe Lenz dem Aufbau und der Entwicklung des Gutes zu einem Sozialtherapeutischem Zentrum mit seinen angegliederten Objekten in Walsleben, Lückstedt und Meßdorf.

Informationen über die Veranstaltung des Gladigauer Dorftheaters zum zehnjährigem Bestehen, der Festveranstaltung zum 60. Todestag Gustav Nagels und dem Ortsjubiläum in Bretsch wurden als kurze Wortbeiträge gebracht. Als Zeitzeugin berichtete Vereinsmitglied Anni Bretschneider aus Beelitz über ihre Arbeit als junge Frau im Jahre 1935 auf dem Gut in Bretsch. Nach der Einnahme des Mittagbrotes im Kornspeicher hatten die Besucherinnen und Besucher noch die Möglichkeit, sich das komplette Objekt bei einer Führung anzuschauen.

Von Walter Schaffer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare