Einwohner aus den Alanddörfern machen gegen zunehmenden Schwerlastverkehr mobil

„30 km/h für China-Shipping & Co.“

Gegen den zunehmenden Schwerlastverkehr in den Alanddörfern machen Einwohner mobil. Zumal auch Gefahren für Kinder an den Bushaltestellen wie hier in Krüden lauern.

Krüden. Den Einwohnern der Alanddörfer macht der immer stärker werdende Schwerlastverkehr auf der Landesstraße 2 zu schaffen. Für die Leute steht fest, dass es sich dabei um Mautpreller handele, die, um die Fahrt auf Autobahnen zu vermeiden, eben diese Alternativroute wählen.

Schon vor einigen Jahren wurde eine Unterschriftenaktion für eine 30 km/h-Regelung gestartet, doch irgendwie ist die Initiative im Sande verlaufen.

Nun werden die Alanddörfler um den Wanzeraner Bernd Kloss wieder aktiv. So wurde sich am Mittwochabend im Krüdener Dorfgemeinschaftshaus unter dem Motto „30 km/h für China-Shipping & Co.“ zusammen gesetzt. „Wir sind die Leidtragenden der Mautpreller“, meinte Kloss. Die L 2 sei zu einer Rollpiste für den Durchgangsverkehr geworden. Der Wanzeraner ist sich sicher, dass der Verkehr künftig weiter zunehmen werde.

Harald Rothe aus Krüden fühlt sich ebenfalls seit Jahren vom Verkehrslärm belästigt. Er sieht aber auch durch die Schwerlasttransporte insbesondere Gefahren für die Kinder, die Tag für Tag die Bushaltestellen aufsuchen, die keine Ausbuchtungen haben, und wo die Lastkraftwagen mit nicht gerade geringer Geschwindigkeit vorbei preschen. Er hat eine klare Forderung an die Politik – nämlich die Einführung einer bundesweit einheitlichen Maut für alle Straßen. Rothe weiß auch, dass man für die Umsetzung einer 30-km/h-Regelung einen langen Atem brauche.

Bernd Kloss berichtete von einer Bürgerinitiative im Wendland, die ebenfalls gegen „China-Shipping & Co“ mobil macht und bisher in Gartow über 1000 Unterschriften gegen den zunehmenden Schwerlastverkehr gesammelt habe. Sein Vorschlag: „Man sollte sich der Initiative anschließen.“ Zudem wünscht sich der Wanzeraner mehr Unterstützung von der Politik. „Die Landes- und Kreispolitiker wissen gar nicht, mit welchen Problemen wir zu kämpfen haben. Man hat uns im Norden des Landes vergessen.“ Kloss möchte gern den Landrat und weitere politisch Verantwortliche einladen.

Der Wanzeraner und andere Einwohner sind sich auch sicher, dass die Abfahrt Vielbaum im Zuge des A-14-Nordverlängerung das Problem verschärfen werde. „Der Verkehr auf der L 2 würde sich dann verfünffachen“, äußerte einer der Anwesenden. „Mit der Anschlussstelle Vielbaum machen wir das ländliche Leben tot“, ärgert sich Rosemarie Neumann aus Aulosen. Zumal zwei Kilometer weiter bei Seehausen eine weitere Abfahrt laut den Autobahnplanungen entstehen soll. Landes- und Bundesrechnungshof haben aus Kostengründen die Vielbaumer Abfahrt für unnötig und überflüssig gehalten. Es könne gut darauf verzichtet werden, um nicht Geld sinnlos rauszuschmeißen, hieß es.

Von Thomas Westermann

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