Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister verlässt zum 31. August die CDU

Kloth: „Ich habe die Nase voll“

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Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (r.) tritt aus der CDU aus. Ob sein Osterburger Amtskollege Nico Schulz nachzieht, ist offen.

Seehausen – Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth zieht die Reißleine. Zum 31. August verlässt der Christdemokrat seine Partei CDU. Damit kommt er einem drohenden Parteiausschlussverfahren zuvor.

Kloth gründete mit seinem Osterburger Amtskollegen und Parteifreund, Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz, und weiteren Mitstreitern das Bündnis Pro Altmark und zog damit erfolgreich in den Stendaler Kreistag ein.

Die Gründung von Pro Altmark sah der Christdemokrat in dem seiner Meinung nach zu wenig aufgearbeiteten Wahlskandal durch seine Partei.

Wie der Aulosener gegenüber der AZ sagte, habe er die Hinhaltetaktik über viele Monate satt. Gesprächsangebote seinerseits wurden von einigen Mitgliedern des Kreisvorstandes ignoriert. „Ich habe die Nase voll.“ Die Partei liegt ihm dennoch am Herzen. Im September 1998 trat er als Mitglied bei. Schon seine Familie gehörte zu DDR-Zeiten der CDU an. Rüdiger Kloth kann sich noch gut erinnern, als Karlheinz Mewes, der spätere Landrat des Altkreises Osterburg, aus dem Nachbarort Deutsch zu seinen Eltern kam, um den Mitgliedsbeitrag in bar zu kassieren.

Zudem macht der Seehäuser Verwaltungschef deutlich, dass seine Arbeit für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle stehe, die Partei komme erst an zweiter Stelle. Nach wie vor schätze er sehr seinen Parteikollegen Carsten Wulfänger, Landrat des Landkreises Stendal, und die Mitglieder des Ortsverbandes der Verbandsgemeinde Seehausen. Groll hegt der scheidende Christdemokrat gegen zwei bis drei Mitglieder des Kreisvorstandes. Ein Parteiausschlussverfahren schwebt indes noch über Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz. Ob er dem Beispiel von Kloth folgt, ist unklar. „Ich bin Mitglied der CDU und möchte mich nicht weiter dazu in der Öffentlichkeit äußern“, so der Christdemokrat auf AZ-Anfrage.

VON THOMAS WESTERMANN

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