Klinik rutscht in die roten Zahlen

Seehäuser Krankenhaus mit einem Minus von 120.000 bis 150.000 Euro in 2019

Derzeit werden an den Patientenzimmern des Seehäuser Krankenhauses Jalousien angebracht.
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Derzeit werden an den Patientenzimmern des Seehäuser Krankenhauses Jalousien angebracht.

Seehausen – Erstmals nach acht Jahren kommt das Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhaus in die roten Zahlen. Diese nicht zufriedenstellende Bilanz zog Geschäftsführerin Maria Theis bei einem Rück- und Ausblick.

Theis schätzt den Minusbeitrag zwischen 120 000 bis 150 000 Euro ein. Insgesamt wurden 13 336 Patienten 2019 behandelt. Ein Jahr zuvor waren es noch 13 740. Gründe für den leichten Rückgang seien die längere Krankheit eines Chefarztes und einer Oberärztin. Die Geschäftsführerin erinnert sich an eine Grippewelle im Jahr 2018, die „zu einer hohen Belegung geführt hat“. Ein Jahr später gab es keinen derartigen Krankheitsausbruch. Ein Grund für die angespannte Haushaltslage seien finanzielle Kürzungen von über 200 000 Euro. „Das trifft richtig schmerzhaft.“ Zudem stellte die Geschäftsführung Förderanträge beim Land, eine Antwort blieb bisher aus. Zu den Investitionen in 2019 gehörten der Ausbau von zwei Wahlleistungszimmern, die Installation von Klimageräten für die Stationszimmer und das Anbringen von Jalousien für die Patientenzimmer im dritten Stockwerk. Letztere Maßnahmen werden derzeit im zweiten Stockwerk fortgeführt und ab 2021 dann im ersten Stock.

Wie es in diesem Jahr weitergeht? Ausgang ungewiss. „Es treibt einen aufgrund der Fülle neuer Gesetze um. Wir haben zwar einen Wirtschaftsplan erstellt, aber die genauen Auswirkungen der Gesetzlichkeiten, die seit 1. Januar dieses Jahres greifen, sind nicht bekannt“, meint die Geschäftsführerin. Voraussichtlich gebe weniger Geld als vorher. „2020 wird für uns nicht so wie für Havelberg, das Jahr wird aber schwerer“, meint die Geschäftsführerin mit Blick auf die Domstadt, in der das Krankenhaus schließt. Sie gehe nicht davon aus, „in Seehausen ein negatives Ergebnis zu erzielen“.

Fortgeführt wird 2020 die Veranstaltungsreihe „Medizin im Dialog“ für die interessierte Bevölkerung. Den Auftakt macht am nächsten Mittwoch, 22. Januar, Dr. Necla Kirac, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, zum Thema „Möglichkeiten der Faltenminimierung“. Los geht der Vortrag um 17 Uhr in den Schulungsräumen hinter der Station 2. Den Tag der offenen Tür, den es alle zwei Jahre gab, ist 2020 kein Thema. Rückläufige Besucherzahlen sind der Grund dafür. Stattdessen wird das Diakoniekrankenhaus Aktionstage zu verschiedenen Themen anbieten.

VON THOMAS WESTERMANN

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