Teilnehmer der Lesereihe geben Seehäuser Erklärung mit Forderungen ab

Lesungen im Grünen zum Thema: Gegen den Klimawandel

Zwei Frauen lesen vor
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Engagieren sich für den Umweltschutz und haben an einem Abend gelesen: Anette Rieger (r.) und Linda Weber.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. An fünf Tagen hintereinander gab es an der Seehäuser Touristinformation Lesungen im Grünen zum Thema Klimawandel. Zu den Akteuren zählten Gerda Schwander, Katharina Fischer, Linda Weber, Anette Rieger, Käthe Leischke, Sindy Hennings, Marco Kaczmarek, Schüler der Gemeinschaftsschule Seehausen sowie Andrea Berger, Frank Heinke und Milan Bölke, die alle aus dem Buch „Deutschland 2050 – wie der Klimawandel unser Leben verändert“ von Nick Reimer und Toralf Staudt lasen, das zukünftige Herausforderungen im Blick hat.

Zum Abschluss der Lesereihe verabschiedeten die Teilnehmer eine Seehäuser Erklärung. Darin heißt es unter anderem: „Die Folgen des Klimawandels geschehen nicht in einer fernen Zukunft in fernen Weltgegenden. Sie geschehen hier und jetzt.“ Die Altmark werde ein Dürregebiet, der Wasserspiegel sinke, die Vegetation verändere sich, die Hitzeperioden nähmen zu. In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde im Zuge der Wischeaktion das Land entwässert. „Heute stehen wir vor entgegengesetzten Herausforderungen. Ja, viele Menschen sind veränderungsmüde. Aber unabweisbar ist die Notwendigkeit grundlegender Maßnahmen. Ein Verzicht auf Klimaschutz würde unser aller Leben auf den Kopf stellen.“

Die Seehäuser weiter: „Wir unterstützen die Verfassungsbeschwerde von jungen Menschen und der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Sachsen-Anhalt. Wir fordern einen verbindlichen, gesetzlichen Klimaschutz. Die derzeitige Politik wird den Klimazielen nicht gerecht. Auch im neuen Koalitionsvertrag gibt es keine Verbindlichkeiten.“ Zudem werde ein Klimaschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Seehausen erwartet. Dabei sollten die bereitgestellten Fördermittel in Anspruch genommen werden. Eine weitere Forderung sei die sofortige und gleichberechtigte Einbeziehung von Umwelt- und Klimaschutzaktivisten bei Klimaprojekten im Rahmen des Klimaschutzmanagements des Landkreises und der Gemeinden. Außerdem wollen die Verfasser auskömmliche finanzielle Zuweisungen aus dem Landesetat für die Kommunen, damit die notwendigen Maßnahmen der Daseinsfürsorge unter dem Aspekt Klimaschutz für die Menschen sichergestellt werden. Auch Festlegungen im Regionalentwicklungsplan des Landeskreises Stendal, um die Elbvertiefung zu verhindern, werden gefordert. Ferner soll der Abbau bürokratischer Hürden umgesetzt werden, damit Klimaschutzmaßnahmen von öffentlicher und privater Seite zügig greifen können. Nicht zuletzt werde ein gut ausgebauter Öffentlicher Personennahverkehr und die Beendigung aller Denkverbote, die eine notwendige Verkehrswende erschweren, gefordert.

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