Benefizkonzert für die weitere Restaurierung der Lütkemüller-Orgel in Petrikirche

Von der Klassik bis zu Gospelsongs

Gut besucht war von Musikfreunden das Konzert des Gospelchores Seehausen unter der Leitung von Dr. Ralph Netal in der Seehäuser Petrikirche.

Seehausen. Noch sind die Orgelbauer in St. Petri dabei, der historischen Lütkemüller-Orgel von 1867 ihre Klangfülle von einst zurück zu geben.

Trotz dieses Umstandes brauchten die Musikfreunde aus der Region nicht auf einen Hörgenuss der besonderen Art in der Kirche zu verzichten. Der Gospelchor Seehausen unter der Leitung von Dr. Ralph Netal hatte zu einem Konzert eingeladen, und die Resonanz darauf war sehr erfreulich. Diese Meinung vertrat auch der Kantor Friedemann Nitsch, der sich von seiner Krankheit sichtbar gut erholt hat, bei der Begrüßung der Zuhörer zum letzten Konzert in dieser Saison. Er versprach ein Konzert mit Stücken der verschiedensten Stilrichtungen und Komponisten aus mehreren Jahrhunderten. „Lasst uns freuen und fröhlich sein – unter diesem Aspekt wollen wir dieses Konzert heute hören“, so der Kantor, der selbst im Gospelchor singt.

Beeindruckend gestaltete sich bereits am Anfang des ersten Teiles das mehrstimmige Madrigal „Fair phyllis i saw“ des englischen Komponisten John Farmer aus dem 16. Jahrhundert. Als Solo brachte Detlef Michaelis Mozarts „Wer ein Liebchen hat gefunden“ mit viel Ausdrucksstärke zu Gehör. 1869 komponierte Anton Bruckner zur Einweihung der Votivkapelle im Maria-Empfängnis-Dom von Linz die Motette für vierstimmigen gemischten Chor a-cappella „Locus iste“. Darin heißt es: „Dieser Ort ist von Gott geschaffen, ein unschätzbares Geheimnis, kein Fehl ist an ihm.“ Dieser Text wird oft als Stufengesang bei Kirchweihfesten gesungen. Das Publikum honorierte die Seehäuser Aufführung mit viel Applaus. Nach „Magnifica“, dem psalmartigen Lobgesang Marias nach der Ankündigung Jesu durch den Erzengel Gabriel klingelte das Handy des musikalischen Leiters, und viele glaubten, dass nun Dr. Netal in das Krankenhaus gerufen werde. Es war aber nur ein Scherz, mit dem die Pause begann. Verschiedene aufgebrühte Teesorten und bereit gestelltes Gebäck luden die Zuschauer zum Verweilen und Plauschen ein. Im zweiten Teil erfreute Dr. Gisela Freuer die Besucherinnen und Besucher mit einem Flötensolo, bevor die Musik zum südafrikanischen Tanz „Pata Pata“, mit dem die Sängerin Miriam Makeba 1979 ganz groß herauskam, gesungen wurde. Bei der Fülle von sehr guten Titeln seien hier nur noch „Stranger in the night“, den Frank Sinatra im Jahre 1969 heraus gebracht hatte und zum Welthit wurde und der Spiritual-Song „Burden down lord“ mit seinem Refrain „Glory, Glory Halleluja“ genannt.

Mit dem Titel „May the road rise“, dem ein englischer Trinkspruch zugrunde liegt, und bei dem es zum Schluss heißt „… und bis wir uns wiedersehn, möge Gott dich in seiner Hand halten“ war offiziell das Ende des anspruchsvollen Konzertes erreicht. Als Zugabe gab es den gemeinsam gesungenen Kanon „Gaudeamus hodie“, was frei übersetzt heißt, „lasst uns jeden Tag Freude haben“.

„Das war ein Stück gespielte Kirchenmusik, ihr wart damit hervorragend“, und damit meinte Kantor Friedemann Nitsch bestimmt nicht nur die Zuhörerinnen und Zuhörer beim Kanon.

Von Walter Schaffer

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