„Eine Erfolgsgeschichte“

Kita-Verein „Aland-Zwerge“ vor zehn Jahren aus der Not heraus geboren

Aulosen. Zehn Jahre wird die Kindertagesstätte „Aland-Zwerge“ vom gleichnamigen Verein betrieben. Vorsitzender Rüdiger Kloth spricht von einer „Erfolgsgeschichte“. Dabei ist die Vereinsgründung aus der Not heraus geboren worden.

Bereits Ende 2004 war absehbar, dass die Kita in Trägerschaft der damaligen Gemeinde Aulosen nicht mehr lange Bestand haben würde. Die Kosten pro Kind und Monat stiegen so rapide an, dass sie nicht mehr finanzierbar waren. Als Konsequenz beschloss der Aulosener Rat die Schließung zum 30. September 2005, zeitgleich bekamen die Erzieherinnen ihre Kündigung, erinnert sich Kloth – für ihn ein schwarzer Tag. Dennoch ist der Aulosener für diese Entscheidung heute dankbar. „Das hört sich eigenartig an, ist aber mein voller Ernst, denn vor zehn Jahren war es noch möglich innerhalb von sechs Monaten einen Verein neu zu gründen, der die Betriebserlaubnis für eine Kita bekommt und dann völlig selbstständig eine Kita betreibt. Wäre diese Schließung nur einige Jahre später gekommen, wäre das sehr viel schwieriger gewesen und heute sogar unmöglich“, sagt Kloth.

Anfang Mai 2005 hoben 17 Eltern und fördernde Mitglieder den Verein „Aland-Zwerge“ aus der Taufe. Mit der Neueröffnung der Kita am 1. Oktober 2005 wurden 14 Kinder betreut, zwei davon aus Kapern in Niedersachsen. Der Vorsitzende macht auch auf einen Spitzenwert in den Jahren 2009/2010 aufmerksam. Damals besuchten 29 Kinder die Einrichtung. Mittlerweile liege die Zahl relativ stabil bei knapp unter 20 Mädchen und Jungen. Der Vereinschef weiter: „67 Kinder haben in den vergangenen zehn Jahren die Einrichtung besucht. Wir gehen heute deutlich mit mehr Geld um als vor einem Jahrzehnt. 2006 betrug das Haushaltsvolumen 45 000 Euro, 2015 170 000 Euro. Damals war die Vereinbarung mit der Gemeinde nicht mal eine Seite lang, heute sind es zwölf Seiten. Wir haben gegenwärtig deutlich mehr Vorschriften, Gesetze und Regelungen zu beachten als früher. Was ist wichtiger – die Bürokratie oder die Kinder?“, fragt Kloth. Trotz aller Freude über das zehnjährige Bestehen gibt sich der „Aland-Zwerge“-Vorsitzender nüchtern. „Ob wir das 20-jährige Jubiläum begehen können, ist nicht vorhersehbar.“

Von Thomas Westermann

Rubriklistenbild: © dpa

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