Umzug wird zum „Luxusproblem“

Seehausen: Einige Kita-Kinder müssen statt Lindenpark bald Klosterschulplatz besuchen

Spielende Kinder in Seehäuser Kita am Klosterschulplatz.
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Die Kinder in der Seehäuser Tagesstätte am Klosterschulplatz bekommen bald neue Spielgefährten aus der 700 Meter entfernten Einrichtung am Lindenpark.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. Mädchen und Jungen der älteren Gruppen der Seehäuser Kindertagesstätte am Lindenpark müssen demnächst in die wischestädtische Kita am Klosterschulplatz umziehen. Grund dafür sind die Arbeiten für den Erweiterungsneubau am Lindenpark – es fehlt einfach der Platz.

Diesbezüglich gab es eine Elternversammlung in dieser Woche, wobei die Stimmung aufgrund des Umzugs bei den Müttern alles andere als zufriedenstellend gewesen sein soll. Von einer „angespannten Stimmung“ war die Rede. Das Thema war auch Bestandteil der Sozialausschusssitzung der Verbandsgemeinde Seehausen, bei der eine Mutter im Auftrag der Eltern bemängelte, dass sie zur Thematik nicht genug informiert worden seien. Die Kooperation zwischen Verbandsgemeinde und Elternschaft sollte verbessert werden, hieß es. Für Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (FW) sei die Reaktion völlig unverständlich. „Es gibt keine andere Lösung, was sollen wir machen, wir können nicht zaubern.“ Insgesamt 31 Kinder sollen vom Umzug betroffen sein. Diese Zahl hätte in der Kita Bretsch Aufnahme finden können, denn genau so viele Plätze sollen dort frei sein. „Wir hätten von Seehausen dorthin und zurück einen Shuttle-Service organisieren können, doch das hätte den Eltern auch nicht gefallen.“ Und hinsichtlich der angeblich mangelhaften Informationen argumentierte der Verwaltungschef leicht gereizt so: „Wir mussten verschiedene Gespräche mit dem Landkreis führen, das braucht alles seine Zeit. Derzeit ist ein Informationsschreiben an die Eltern in Arbeit, das sie zeitnah erhalten.“ Mit den Kindern werden auch einige Erzieherinnen vom Lindenpark an den Klosterschulplatz umziehen. Ausschussmitglied Sascha Wunderlich wollte wissen, wie sie das finden. Kloth: „Im öffentlichen Teil sage ich dazu nichts, aber nur so viel: Sie schreien nicht gerade Hurra.“

Eltern bemängeln, dass Geschwisterkinder getrennt werden und sie zwei Anlaufstellen – Lindenpark und Klosterschulplatz – anfahren müssen. Manchmal kommt auch noch eine dritte Fahrt zur Grundschule hinzu. Der Verwaltungschef Kloth spricht hingegen „von einem Luxusproblem, das einige Eltern haben angesichts der nur rund 700 Meter auseinander liegenden Einrichtungen “. Genauso sieht es auch Verbandsgemeinderätin und Sozialausschussmitglied Claudia Ferch, die in dem Umzug kein Problem sieht. Sie musste drei Kinder in Einrichtungen unterbringen und sich teilweise auch selbst um die Betreuung kümmern. „Die Eltern sollten sich nicht beschweren, das ist nicht schön.“

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