Kein Herz für Ferienkinder

Ivonne Müller mit ihrer Tochter Paulina, die die erste Klasse der Seehäuser Grundschule besucht. Kritik äußert die Vielbaumerin an der Essenversorgung im Hort während der Ferien. Foto: Westermann

tw Seehausen/Vielbaum. Die beiden Vielbaumer Ivonne Müller und Mirko Wittwer wissen die Kinder im Seehäuser Hort zwar gut betreut, aber mit der Essenversorgung neuerdings in den Ferien sind sie und weitere Eltern ganz und gar nicht zufrieden. Ein neuer Anbieter, der seit Januar dieses Jahres die Grundschule beliefert, versorgt den Hort in den Ferien nicht mit Mittagessen.

Ivonne Müller bekam auf Nachfrage die Antwort, dass für so geringe Essenameldungen aus Kostengründen nicht die Möglichkeit bestehe, die Speisen auszuliefern. Für die Vielbaumerin völlig unverständlich, da in den Ferien 15 oder mehr Kinder den Hort besuchen. Stattdessen müssen die Mädchen und Jungen bei Wind und Wetter täglich bis zur Kita Lindenpark laufen, um dort das Essen einzunehmen. Müller rechnet vor: „Zwei Kilometer und 1,5 Stunden für Hin- und Rückweg sowie die Esseneinnahme macht bei einer Ferienwoche zehn Kilometer Fußmarsch und 7,5 Stunden vergeudete Zeit. Zeit, in der unsere Kinder spielen oder dem Angebot der Ferienfreizeit frönen könnten. Und Zeit, die wir für das Hin- und Herschicken unserer Kinder bezahlen müssen“, ärgert sich Ivonne Müller, deren Tochter Paulina und Sohn Hannes die Einrichtung besuchen. Die Vielbaumerin möchte aber nicht meckern, sondern bietet einen Lösungsvorschlag an. Sie weiß, dass die zweite Kita am Klosterschulplatz täglich mit Mittagessen von der Verbandsgemeinde beliefert werde. Diese Einrichtung liege nur einen Katzensprung vom Grundschulhort entfernt und könnte auch mit Speisen versorgt werden. Doch die Verwaltung liefere nur fadenscheinige Ausreden. Auf Anfrage bei der Verantwortlichen, aus welchem Grund diese ungerechte Behandlung der Kinder erfolge, bekam die Mutter von Paulina und Hannes zur Antwort, dass diese tägliche Bewegung den Kinderrn gut tue und dass die Kinder im Sommer ja auch den langen Weg ins städtische Schwimmbad gehen. „Als mich diese fadenscheinigen Gründe nicht zufrieden stellen, erhalte ich die Aussage, dass der Verbandsgemeinde Kosten für das Anfahren des Hortes entstehen.“ Die Ungleichbehandlung der Kinder stimme einen traurig, so Ivonne Müller weiter. Durch die fehlenden Informationen an die Eltern zu dieser Verfahrensweise fühle man sich hintergangen und für dumm verkauft. Ein Elternbrief mit der Angabe von nachvollziehbaren Gründen oder aber ein entsprechender Aushang im Schulhort wäre wünschenswert gewesen.

Verbandsgemeindebürgermeister Reinhard Schwarz ist das Problem bekannt. Wie er auf Anfrage der Altmark-Zeitung sagte, werde gegenwärtig nach Lösungen gesucht. Man sei in der Findung, Ergebnisse liegen deshalb noch nicht vor, so der Verwaltungschef.

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