Seehäuser Nachwuchs will kommunalpolitisch mitmischen

Jugend blickt auf Wahlversprechen

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Seehäuser Jugendliche nahmen dieser Tage die Wahlplakate und die Versprechungen der Parteien unter die Lupe.

Seehausen. Junge Menschen seien heutzutage nicht mehr politikinteressiert oder politisch engagiert. Diese und ähnliche Aussagen werden dieser Tage über junge Menschen verbreitet.

Dass dem nicht so ist, zeigen nicht nur aktuelle Studien, sondern auch einige Seehäuser Jugendliche. Schon seit 2015 setzen sie sich aktiv und mit viel Elan für ihren Ort ein, bewirken gute Sachen für die Kinder und Jugendlichen. Sie interessieren sich dafür, was mit und in ihrem Ort geschieht, welche Entscheidungen, auch in ihrem Namen, von Stadträten und Stadtverwaltung getroffen werden sollen und mischen sich ein.

Derzeit setzen sich Jugendliche mit der Bundestagswahl 2017 auseinander. Ihnen sind die vielen Gespräche der Erwachsenen und die vielen Plakate in den Straßen ihrer Stadt aufgefallen, die sich darum drehen. Nicht alle von ihnen dürfen schon wählen, aber sie interessiert, was dort passiert und zur Wahl steht. Worüber entscheidet so ein Bundestag? Wer stellt sich zur Wahl? Warum ist es wichtig, wählen zu gehen? Welche Themen beschäftigen die jungen Menschen und wie äußern sich die Parteien in ihren Wahlprogrammen dazu?

So zogen sie durch ihre Stadt und nahmen die Wahlplakate unter die Lupe. Begleitet wurden sie dabei vom Verein „KinderStärken“ und Bernd Kloss, Mitglied im Verbandsgemeinderat Seehausen. Wichtige Themen waren für die Jugendlichen das Verhältnis zwischen Krieg und Frieden, Waffenexporte und die Bundeswehr mit ihren Einsätzen und ihrer Freiwilligkeit. Ebenso war es ihnen wichtig, dass es gerechte Bildungschancen schon von klein auf gibt und die Abschlussprüfungen vereinheitlicht werden. Die Bedeutung von vielfältigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen wurde auch thematisiert, genauso wie elternunabhängiges Bafög und die Forderung, dass Kinder und Familien, ganz gleich, wo sie herkommen oder in welcher Familienform sie leben, unterstützt werden. Außerdem forderten sie den Ausbau der Internetverbindungen im ländlichen Raum. Ein ganz besonderes Thema war das Mitspracherecht von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene. Sie fanden, dass sie einbezogen werden müssen und die Bundesregierung sich dafür stark machen sollte, denn sie leben genauso in der Stadt, wie die Erwachsenen auch. Sie sind der Meinung, dass dafür auch das Wahlalter herabgesenkt werden sollte.

Von Thomas Westermann

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