Beusteraner Brandschützer bereichern Festprogramm mit restauriertem Raketen-Traktor

Jubiläum zieht eine Legende an

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Christian von Hagen hat einen der legendären sowjetischen Traktoren restauriert und lässt ihn zum Fest an ein Seil binden.

Beuster. „Wir sind schon ein besonderes Völkchen und eine besondere Truppe ja sowieso“, meint Christian von Hagen, der Wehrleiter in Beuster.

Wenn der 26-Jährige die Fotoalben des organisierten Brandschutzes im Seehäuser Ortsteil, der so gefährlich nah an der Elbe liegen kann, durchblättert, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Dass die Beusteraner Feuerwehr 115 Jahre alt wird, dürfte inzwischen mindestens die halbe Altmark wissen und sogar die Prignitz nebenan. „Die Vorbereitungen für das Festwochenende befinden sich längst in der heißen Phase. “ Am 29. und 30. April wird nicht zuletzt im und am Blaulichtmuseum, das sein Vater Ralf leitet und in dem auch er einen Großteil seiner Freizeit verbringt, gefeiert. „Ein echter Standortfaktor“, findet der Wehrleiter im Gespräch mit der AZ und schmunzelt.

Die Jugendwehr der Nachwendezeit präsentiert sich hier noch in DDR-Kluft. 

Ein allradgetriebener Traktor, der legendäre K-700 A, soll eine zusätzliche Attraktion sein. Von Hagen hat die Zugmaschine mit viel Herzblut im Museum restauriert und lässt sie nun mit einem Seil regelrecht ins Rampenlicht ziehen. „Es geht nach Zeit von A nach B. Wer das am schnellsten schafft, bekommt ein Fass Bier.“ Die Traktoren waren in der Sowjetunion ursprünglich zum Schleppen von Raketen konstruiert worden. In der DDR-Landwirtschaft machte der „Kirowez“ als Zugmaschine Karriere. Am Sonnabend wird der Einsatz des tonnenschweren Gefährts, das der Technikfan vor etwa vier Jahren in Lichterfelde entdeckt hatte, Muskelkraft und Teamgeist fordern. „Das wird ein Spaß.“

Der junge Wehrleiter ist stolz auf seine Truppe. „Wir haben 71 Mitglieder, dazu kommen elf Mädchen und Jungen in der Kinderfeuerwehr, unterm Strich also 82 Leute. Im aktiven Dienst befinden sich von den 71 Kameraden 41, die große Feuerwehr Seehausen kann über 46 Aktive verfügen. Wir sind also gar nicht so weit weg“, fasst von Hagen die extra für das Festwochenende aktualisierte Statistik zusammen. Alle verfügbaren Beusteraner Floriansjünger und etliche Helfer wollen zwei unvergessliche Tage gestalten. Ein Festumzug am Sonnabend beginnt um 10 Uhr und führt zum Museum. Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, habe bereits zugesagt. „Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann und Kreisbrandmeister Dr. Ringhard Friedrich haben ihr Kommen angekündigt.“

Die Feuerwehr Beuster setzt 1936 bei Hochwasser zum Ortsteil Werder über.

Grußworte, Wettkämpfe, an denen zum Teil auch Bürger teilnehmen können, eine Feuerwehr-Modenschau, ein amüsanter Löscheinsatz „Dat Shithus brennt!“ und die „Blaue Nacht“, eine Tanzveranstaltung, gehören zum Programm des ersten Tages. Der Sonntag sei nicht minder abwechslungsreich. Von Hagen zählt auf: „Frühschoppen mit Musik der Eichenbläser Beuster-Geestgottberg ab 10 Uhr, Blick in die Chronik, Aufstellen des Maibaums, ein Fackelumzug, Tanz in den Mai ...“ Natürlich sei auch das Blaulichtmuseum geöffnet. Kinder können auf der Hüpfburg toben. Es werde Eis angeboten, Kaffee und Kuchen, Schwein am Spieß und Lammpfanne, überhaupt komme der Gaumen garantiert nicht zu kurz. Der Ortsverband Wittenberge des Technischen Hilfswerks (THW) präsentiert am Festwochenende in Beuster einige Fahrzeuge. Der Spielmannszug der Feuerwehr Seehausen tritt auf. „Und, und, und.“

Von Marco Hertzfeld

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