Blasmusiker der Wischestadt feiern Jubiläum / Trompeterball am Sonnabend in Vielbaum

50 Jahre nach der ersten Show

Viele von den abgelichteten Bläsern werden beim Trompeterball am Sonnabend mit dabei sein. Im Jahr 1965 hatten die Blasmusiker aus Seehausen ihren ersten Auftritt. Weitere Gruppen bildeten im Lauf der Jahre. Foto  / Repro: Schaffer

Seehausen. 50 Jahre Blasmusik und darin integriert 20 Jahre „Seehäuser Oldie-Blaskapelle“ ist das Motto für den am Samstag im „La Palma“ in Vielbaum stattfindenden Trompeterball. Die AZ sprach mit Michael Wiesenberg, dem Vorsitzenden des Vereins der „Oldies“.

1964 bekam Peter Köhler, der damals als junger Musiklehrer nach Seehausen kam, den Auftrag, ein Jugendblasorchester zu gründen. Nachdem die Frage der Finanzierung der benötigten Instrumente geklärt war und es genügend Interessenten für das neue Jugendblasorchester gab, begann die kontinuierliche Probenarbeit. Ein Jahr später, genau am 4. September, erfolgte der erste öffentliche Auftritt zur Einschulungsfeier. Zu den Gründungsmitgliedern, die auch beim Trompeterball dabei sein werden, zählten unter anderem Peter Sandner (Tuba), Conrad Gohr (Tuba) und Christian Heberling (Schlagzeug).

Die Musikausbildung, speziell der Einzelunterricht, wurde durch Lehrkräfte des Theaters der Altmark Stendal realisiert, natürlich kostenfrei für die Eltern der jungen Bläser. Ende der 1960er Jahre hatte der Leiter Peter Köhler bereits zwei Orchester zu betreuen. Die jüngeren Schüler waren im Pionier- und die älteren im FDJ-Blasorchester vereint. 50 bis 60 Kinder beziehungsweise Jugendliche standen damals „unter Instrumenten“.

Neben der anstrengenden und disziplinierten Probenarbeit gab es auch jährlich die Orchester- und Probenfahrten. Der Gesprächspartner erinnert sich dabei gerne an solche Orte wie Schrampe, Wernigerode oder Ansprung im Erzgebirge. Von Schülergeneration zu Schülergeneration wechselten die Anwärter für die Orchester. Es war schon ein Privileg, Bläser in den Orchestern zu sein.

Wie kam es zur Gründung der „Oldies“? Bei einem Trompeterball anlässlich des 30jährigen Bestehens des Jugendblasorchesters kamen Bodo Behrend, Andreas Wieland und Michael Wiesenberg auf die Idee, dass die „Ehemaligen“ doch wieder mal zu ihren Instrumenten greifen könnten. Dies war 1995. Peter Köhler, der damals noch das Jugendblasorchester leitete, griff den Gedanken auf, und unter seiner Leitung begann der Aufbau der „Oldies“, die noch im gleichen Jahr ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten. Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte zwei Jahre später.

Seitdem ist diese Musikerformation regelmäßig in Seehausen, der Region und darüber hinaus zu hören. Enge Verbindungen halten die 21 Musiker, darunter eine Frau (Bärbel Krüger, Waldhorn), mit dem SCC, der Schützengilde, dem Männerchor, dem Förderverein der Feuerwehr und anderen Vereinen. Interessant sind auch die Benefizkonzerte für die Kinder- und Jugendarbeit, bei denen rund 5000 Euro eingespielt wurden. Nicht wegzudenken sind auch die traditionellen Auftritte beim Hähnekrähen, dem Neujahrsempfang der Stadt Seehausen oder in der Gaststätte Henkel, wo auch freitags die regelmäßige Probenarbeit stattfindet. Alle Mitglieder sind übrigens „Ehemalige“, bis auf Bernhard Mittag (Saxophon und Kassenwart des Vereins) und dem jüngsten Mitglied Elias Vogt (Trompete). In Sven Peuker und Andreas Neubert haben die Oldies zwei fähige Musiker gefunden, die den hohen Stand an Qualität des Orchesters untermauern.

Von Walter Schaffer

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