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Bibel-Schau zum Jubiläum

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Von: Frank Schumann

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Mehrere Menschen putzen in einem Kirchenraum die Scheiben von Vitrinen für eine spätere Ausstellung.
Viele fleißige Hände bereiten derzeit die Ausstellung in der St.-Petri-Kirche vor. In den frisch geputzten Vitrinen werden später die Bibeln zu bestaunen sein. © Frank Schumann

Vor 500 Jahren übersetzte Martin Luther auf der Wartburg das Neue Testament. Dieses besondere Jubiläum soll auch in der Seehäuser Stadtkirche St. Petri gewürdigt werden – mit einer Bibel-Ausstellung während der diesjährigen Saison der offenen Kirche.

Ein älterer Mann zeigt dem Betrachter eine historische Bibel.
Fördervereins-Vorsitzender Dr. Walter Fiedler präsentiert, sozusagen als Vorgeschmack auf die Ausstellung in St. Petri, schon einmal die Ravensburger Bilderbibel. © Frank Schumann

Seehausen – Seit vergangener Woche laufen dazu die Aufbauarbeiten des Fördervereins der Petri-Kirche. Eröffnet werden soll die Präsentation im Mai mit dem Saisonstart der offenen Kirche. Wie Dr. Walter Fiedler berichtete, sollen dann 50 verschiedene Bibelausgaben aus unterschiedlichen Zeitabschnitten in St. Petri gezeigt werden. Darunter zum Beispiel Bilder-, Kinder-, Familien- und Kochbuch-Bibeln. Das älteste in der Seehausener Ausstellung gezeigte „Buch der Bücher“ stammt übrigens aus dem Jahr 1468. Es ist somit noch älter als das aktuell zu würdigende Jubiläumsereignis. Alle Bibeln haben Familien aus der Wischestadt zur Verfügung gestellt, so der Vereinschef der Freunde und Förderer von St. Petri.

Vor einer Kirche aus rotem Backstein ist eine Baustelle zu sehen.
Die St-Petri-Stadtkirche in Seehausen: Hier werden die historischen Bibel-Schätze ausgestellt. © Frank Schumann

Die Idee zur Bibel-Schau sei im vergangenen Sommer eher zufällig entstanden. Damals habe ihm ein in Bayern lebender ehemaliger Seehäuser Gymnasiast eine Bibel mit Inschrift aus der Wischestadt von 1842 angeboten. Der vor längerer Zeit ausgewanderte Altmärker hatte selbst keinen Bezug zu Kirche und Bibel. Auf der Suche nach einem möglichen Interessenten habe er den Kontakt zu Walter Fiedler über die Website des Fördervereins gefunden. Dieser habe sich darüber gefreut und auch sehr gern die gewünschte Gegenleistung – eine Kiste (12 Flaschen) „Diesdorfer Bretterknaller“ für das nächste Jahrgangstreffen des Gymnasiasten – gen Freistaat Bayern geschickt. Bei der Überlegung, wie man dieses Buch der Öffentlichkeit zugänglich machen könne, stieß Fiedler dann auf das in diesem Jahr anstehende Jubiläum. Mit seiner Übersetzung habe Martin Luther eine deutsche Version schaffen wollen, die den Inhalt für viele Menschen erstmals allgemeinverständlich nahebringen sollte. In diesem Sinne des Reformators aus Mitteldeutschland verstehen die evangelische Kirchgemeinde St. Petri und der Förderverein der Seehäuser Kirche denn auch ihre Bibel-Ausstellung.

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