St. Nikolaus: Südliches Seitenschiff wird derzeit saniert

Holzböcke fressen sich durchs Gebälk

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Insgesamt 92 000 Euro kosten die Arbeiten am südlichen Seitenschiff der St.-Nikolaus-Kirche in Beuster. Über 80 Prozent werden über das Leader-Programm finanziert.

Beuster. Außergewöhnlich in ihrer formalen Gestalt wie in ihrer Bautechnik überrascht die Stiftskirche von Beuster durch eine ungewöhnlich frühe Datierung.

Sie wurde von 1150 bis 1184 in zwei Bauphasen errichtet und kann mit Bestimmtheit zu den ältesten mittelalterlichen Backsteinbauten nördlich der Alpen gezählt werden.

Und aufgrund des hohen Alters nagt wie selbstverständlich der Zahn der Zeit an dem sakralen Gebäude. Dementsprechend groß ist der Sanierungsbedarf. Darum kümmern sich der Förderverein für die St. -NikolausKirche mit Dr. Volker Stephan an der Spitze und der Kirchengemeindeverband Beuster-Aland um Vorsitzenden Detlef Schmidt.

Hermann Dahlweg (v.l.) vom bauausführenden Unternehmen in Pollitz, Architekt Peter Wieck, Kirchengemeindeverbandsvorsitzender Detlef Schmidt und Fördervereinschef Dr. Volker Stephan besprechen die nächsten Sanierungsschritte.

Vor etwa zwei Wochen begann der mittlerweile achte Bauabschnitt, der das südliche Seitenschiff beinhaltet. Ursprünglich sollten nördliches und südliches Seitenschiff bei einer Maßnahme auf Vordermann gebracht werden, doch angesichts der riesigen Fraßschäden und damit nicht finanzierbar entschieden sich Dr. Stephan, Schmidt und die Architekten Peter und Matthias Wieck für die Südseite. Die sei zu 70 Prozent vom Anobienbefall betroffen, die Nordseite sei hingegen zu 90 Prozent schadhaft, weiß Peter Wieck. „Die Holzböcke haben ganze Arbeit geleistet“, resümiert der Fördervereinsvorsitzende nach Vorlage eines Holzschutzgutachtens.

Abschnittsweise wird in den nächsten Wochen das Dach aufgenommen und die Holzkonstruktion erneuert. Ferner machen sich Tätigkeiten am Mauerwerk erforderlich, Restauratorische Malerarbeiten schließen sich an. Bis auf Letztere übernimmt ein Pollitzer Unternehmen die Aufträge. Voraussichtlich im Oktober soll das Seitenschiff in neuem Glanz erstrahlen. Die Kosten belaufen sich auf 92 000 Euro und werden zu über 80 Prozent aus dem Leader-Programm finanziert. Die restlichen 20 Prozent fließen aus dem Baulastfonds des Kirchenkreises. Das Pendant auf der Nordseite steht für 2019 auf dem Programm.

Von Thomas Westermann

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