4,8 Millionen Euro für Alanüberleitungsbauwerk / Arbeiten Ende 2017 abgeschlossen

Bei Hochwasser in Seehausen: Wehr schützt 12.000 Einwohner

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So wird das Alandüberleitungsbauwerk, das derzeit in der Gemarkung Aulosen entsteht, nach Abschluss der Arbeiten Ende 2017 aussehen. Es ist Teil des Gesamtkonzeptes zum Schutz der Orte in und um Seehausen vor Hochwasser. Circa 12 000 Menschen profitieren von der 4,8 Millionen Euro teuren Investition.

Seehausen. Die Hochwassersituation an Aland und Seege in der Verbandsgemeinde Seehausen soll entschärft werden. Darum kümmert sich der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Vieles wurde in den vergangenen Jahren getan, weitere Schutzmaßnahmen stehen an. Osterburgs Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf erinnert diesbezüglich an die Grundsteinlegung für das Alandüberleitungsbauwerk im November des vergangenen Jahres (die AZ berichtete). Bis zu diesem Termin sei es ein langer Weg gewesen. Bereits im Jahr 1904 hatte Regierungsbaumeister Rogge einen Vorschlag der Verlegung der Alandmündung in die Elbe bei Schnackenburg unterbreitet. Dieser Plan sah vor, dass an der aktuellen Baustelle der Aland in Richtung Südwesten in den Schaugraben und in der Verlängerung in die Seege abgeleitet werden sollte. Das Ziel war, das offene Einströmen der Hochwasser führenden Elbe in den Alandschlauch zu verhindern, bei dem jedes größere Hochwasser in Seehausen und südlich davon ankommt. Damals schon hatten die Alanddeiche nicht die Höhen wie die Elbdeiche.

Die Aufgabe des im Bau befindlichen Alandüberleitungswerkes sei die zielgerichtete Entlastung des Alandsystems, das ein Einzugsgebiet von 1947 Quadratkilometern habe, und bis Uchtspringe und Gardelegen reiche, so Steingraf. Dabei gehe es nicht um eine Umleitung wie im Jahr 1904 angedacht, sondern um definierte Überleitungsbedingungen in Abhängigkeit der Hochwasserentwicklung in der Elbe und dem Wasserstand in der Seege und dem Aland, fügt der Flussbereichsleiter hinzu. Beim Aland-Überleitungswerk, das bis Ende 2017 in der Gemarkung Aulosen entsteht, handelt es sich um ein 4-Feld-Wehr mit einer Gesamtöffnungsweite von 20 Metern. Verbaut werden unter anderem 1900 Kubikmeter Beton, 230 Tonnen Betonstahl und 76 Tonnen Stahlspundbohlen. Als Baukosten wurden 4,8 Millionen Euro ermittelt. Ausführendes Bauunternehmen ist ein Betrieb aus Perleberg. Mit der Fertigstellung des Bauwerkes werde die Hochwassersituation an Aland und Seege deutlich verbessert, freut sich Steingraf. Es sei ein Teil des Gesamtkonzeptes zum Schutz der Orte – unter anderem profitiert die Hansestadt Seehausen davon – entlang des Aland-Flusses mit rund 12 000 Einwohnern.

Von Thomas Westermann

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