Türmerwohnung soll touristischer Anziehungspunkt werden

Hoch hinaus auf die St.-Petri-Kirche

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Hoch oben in St. Petri zu Seehausen befand sich 270 Jahre lang eine Türmerwohnung. Der Förderverein der Kirche will diese zu einem touristischen Anziehungspunkt werden lassen.

Seehausen. Die Seehäuser Stadtverantwortlichen setzen immer mehr auf die weitere Tourismusentwicklung. Noch besser gewuchert werden soll künftig mit der St. -Petri-Kirche. Das Wahrzeichen der Hansestadt ist schon von sehr weit erkennbar.

Die Spaßmacher vom Seehäuser Carnevals-Club kreierten vor Jahrzehnten vielleicht auch gerade deshalb das Stimmungslied „So lange St. Petri grüßt“. Für die Wischestädter verkörpert der monumentale, sakrale Bau ein Stück Heimat. Stadtratsmitglied Dr. Walter Fiedler, der auch Vorsitzender des Waldbad-Fördervereins ist und sich im Förderverein der St. -Petri-Kirche engagiert, weiß, dass im vergangenen Jahr rund 2500 Touristen – vor allem Radfahrer – das Gotteshaus besuchen. „Und die wollen wir künftig in rund 60 Meter Höhe schicken – zur einstigen Türmerwohnung, die seit 270 Jahren bis 1958 ununterbrochen belegt war. “.

Der Kommunalpolitiker hatte intensiv recherchiert und ist zur Erkenntnis gekommen, dass Türmerwohnungen im hiesigen Bundesland eher ungewöhnlich gewesen sind. Lediglich in der Lutherstadt Wittenberg und in Naumburg habe es Türmerwohnungen gegeben.

In Sachen Tourismus soll nunmehr damit gepunktet werden. Seit zwei Jahren kümmern sich die St.-Petri-Förderer darum. Konzepte mussten entwickelt und Anträge über das Leader-Förderprogramm gestellt werden. Ein Großteil an Arbeiten steht noch bevor, bis ein Glanzpunkt für den Fremdenverkehr entsteht. Um bis in die Wohnung zu kommen, müssen noch Arbeiten am Treppenaufgang erledigt werden. Anfänge sind bereits durch die Kirchengemeinde getätigt. Im Bereich der Wohnung gilt es, die Fenster zu erneuern. Maurer- und Putzarbeiten und zum Teil auch Elektrikerarbeiten sind zu erledigen, bevor die ursprüngliche Farbgebung in den Räumen erfolgen kann. Um die Wohnung möglichst authentisch zu gestalten, sollen eine Türmer-Schlafstelle und ein kleines Gehege entstehen. Schließlich hat der Wächter auf St. Petri in luftiger Höhe auch etwas Vieh gehalten. Auf lebende Tiere wird der Verein wohl aber des Aufwands wegen verzichten.

Neben den bereits erwähnten diversen Arbeiten muss auch noch das Dach gedeckt werden, das die beiden Türme verbindet. Die Kirchengemeinde signalisierte bereits Bereitschaft, die Kosten zu übernehmen. Insgesamt müssten dann rund 130 000 Euro für alle Maßnahmen investiert werden. Ohne Dacheindeckung wären etwa 82 000 Euro fällig. Circa 33 000 Euro muss der Förderverein aufbringen.

Von Thomas Westermann

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