Seehäuser Grundschule engagiert Rentner, weil Fahrten ins Kino mit Bussen zu teuer sind

Herbert bringt die Rollen mit

Wanderkino im Rahmen der Schulkinowoche: Herbert Hambach ist mit seinen Projektoren circa 200 Mal pro Jahr für den Film unterwegs. Der gebürtige Altmärker lebt in Magdeburg. Seehäuser Grundschülern hat er die Technik aus dem Jahr 1962 erklärt. Foto: Schaffer
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Wanderkino im Rahmen der Schulkinowoche: Herbert Hambach ist mit seinen Projektoren circa 200 Mal pro Jahr für den Film unterwegs. Der gebürtige Altmärker lebt in Magdeburg. Seehäuser Grundschülern hat er die Technik aus dem Jahr 1962 erklärt.

Seehausen/Magdeburg. Mit allen Erst- bis Viertklässlern der Seehäuser Grundschule „Dr. Albert Steinert“ ins Kino zu fahren, ist ein teurer Spaß und derzeit kaum realisierbar.

„Allein für die Fahrt wären fünf Busse nötig und der Preis dafür läge bei circa 1000 Euro. Da greifen wir gern auf das Angebot der bundesweiten Schulkinowoche zurück“, erläutert Schulleiter Reinhard Rieger der AZ.

Die Aktionswoche läuft dieses Jahr zum 17. Mal. Vom 20 bis 24. November können Orte, die kein Lichtspieltheater haben, ein Wanderkino bestellen. Schon mehrere Jahre kommt dafür der Magdeburger Rentner Herbert Hambach mit seiner nostalgischen Fimvorführmaschine vom Baujahr 1962 in die Seehäuser Schule.

Für die Erst- und Zweitklässler hatte er die „Schwanenprinzessin“ im Gepäck, während die Dritt- und Viertklässler den Film „Hände weg von Mississippi“ auf der Leinwand sehen durften. Letzterer war vor zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern gedreht worden. Die Grundidee der Schulkinowoche liegt im Lernen mit dem Medium Film. Ein Vor- und Nachbereitungen der Filme gehört mit zur Unterrichtsarbeit.

Mit großem Interesse ließen sich die Seehäuser Grundschüler von ihrem Filmvorführer zeigen, wie eine Filmrolle eingelegt wird. Dabei erfuhren sie, dass sich allein in einer Filmrolle immerhin 2500 Meter Filmmaterial befindet.

Auf seine Wanderkino-Technik kann sich der gebürtige Altmärker verlassen. Circa 200 Mal im Jahr ist Hambach für den Film unterwegs. Auf seine beiden Projektoren vom Typ TK 35, die aus dem Hause Carl Zeiss Jena stammen, kann er sich verlassen.

Von Walter Schaffer

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