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Dörfliches zum Anfassen

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Von: Thomas Westermann

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Severin Müller zeigt Kindern das Filzhandwerk
Zum Tag der offenen Museumstür hatte der Heimatverein Bretsch um Vorsitzende Rosemarie Müller (M.) eingeladen. In Bretsch zeigte Severin Müller (l.) den Kindern das Filzhandwerk. © Westermann

Bretsch. Die Heimatfreunde in Bretsch können zufrieden sein: Nach Jahren der coronabedingten Abstinenz hatte der Heimatverein des Höhe-Dorfes am Sonnabend wieder zum Tag der offenen Museumstür eingeladen. Dabei beeindruckten die vielen Besucher die teils neu gestalteten Räume und das Rahmenprogramm mit den Brunauer Spinnfrauen und die Schafschur, die Andreas Schmidt vornahm.

Nunmehr zum achten Mal öffne sich die Museumstür für die Besucher, sagte Vereinschefin Rosemarie Müller bei der Eröffnung. Es können wieder alte Geräte und Maschinen aus der Landwirtschaft und dem Handwerk in ihrer Funktionalität präsentiert werden, fügt die Bretscherin hinzu. Das Vereinsziel sei es, diese Gerätschaften anschaulich darzustellen und erlebbar zu machen. Müller machte auch auf einige Veränderungen im Museum aufmerksam. So entstand ein Schulraum zur Würdigung der Verdienste von Karl Wilhelm Osterwald. Bei dem Mann handelt es sich um einen Pädagogen, Schriftsteller und Verfasser zahlreicher Natur-, Wander- und Liebesgedichte sowie Kirchenlieder. Osterwald erblickte am 23. Februar 1820 das Licht der Welt in Bretsch und starb am 27. März 1887 im thüringischen Mühlhausen, wo er wirkte.

Obwohl die Corona-Pandemie den Elan der Heimatfreunde ausbremste, waren sie in den vergangenen Jahren doch nicht ganz untätig. „Im letzten Jahr konnten aufgrund von Sponsorengeldern von der Bürgerenergie-Windpark Gagel und Fördermitteln vom Bundesministerium für Landwirtschaft sowie der Gemeinde Altmärkische Höhe die Fenster im Museum erneuert werden“, freut sich die Vorsitzende. Neben den Arbeiten im Museum widme sich der Verein nicht nur dem Anfassbaren, sondern arbeite seit Jahren die Hofgeschichte der Orte Bretsch, Dewitz, Priemern und Drüsedau auf und dokumentiere sie. Diese Aufgabe sei sehr umfangreich und nie beendet. „Gleichzeitig soll der diesjährige Museumstag ein Dankeschön sein für alle Unterstützer des Vereins. Dazu gehören Bürgermeister Bernd Prange, die Verbandsgemeinde Seehausen und verschiedene Unternehmen.“ Letztere zählte Müller namentlich auf. Neben Spinnfrauen und Schäfer Schmidt waren in diesem Jahr erstmalig Severin Müller und Heike Böhm mit von der Partie. Bei Müller konnten Mädchen und Jungen das Filzen erlernen. Bei Böhm gab es handwerkliche Artikel zu kaufen.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Im Dorfgemeinschaftsraum gab es Kaffee und Kuchen, draußen lockte Bratwurst.

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