Seehäuser Verein löst sich aufgrund von Mitgliedermangel auf / Eventuell Fortbestand als IG

Heimatfreunde vor dem Aus

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Corina Franke im Gespräch mit Seehausens Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler in der Remise auf dem Museumshof.

Seehausen. Der Seehäuser Heimatverein löst sich Ende Juni auf. Grund dafür sind zu wenige Mitstreiter. Derzeit hat die Organisation, die einst Horst Gaede anführte, lediglich noch vier Mitstreiter.

Nach dem Tod von Gaede lenken Corina Franke und ihr Ehemann Klaus die Geschicke des Vereins und kümmern sich um die Exponate in der Schusterwerkstatt und der Remise auf dem Museumshof an der wischestädtischen Mühlenstraße.

Vereinsmitglied Klaus Franke zeigt alte Landwirtschaftstechnik, die die Heimatfreunde gesammelt haben. 

Doch das Quartett kann die anfallenden Aufgaben allein nicht mehr stemmen. In der Schusterwerkstatt macht sich der Holzwurm breit, und etliche Ausstellungsgegenstände brauchen Pflege und Wartung. Finanzen fehlen. „Wir sind an dem Punkt angelangt, die Segel zu streichen“, verkündete Heimatfreundin Franke auf der jüngsten Zusammenkunft des hansestädtischen Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur. „Wir sind mit der Energie am Ende, die Akkus sind leer.“ Der Verein habe eine „üble Entwicklung genommen“, fügt die Seehäuserin hinzu. Mitglieder seien verstorben, krank oder verzogen, der aktive Kern überfordert. „Wir müssen unsere Brötchen verdienen und können deshalb regelmäßige Öffnungszeiten nicht gewährleisten.“ Zwar gebe es viele, die sich für den Verein interessieren, aber eine Mitgliedschaft werde abgelehnt. Ausschuss-Vorsitzender und Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler spricht sich für die Erarbeitung eines Konzeptes aus. Man müsse nicht alles sammeln. „Ist nicht weniger mehr?“, fragt der Kommunalpolitiker und äußert die Hoffnung, dass sich der Verein nach Auflösung zu einer Interessengemeinschaft (IG) entwickeln könnte und dann weiter aktiv sei.

Von Thomas Westermann

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