Filialpraxis im Agaplesion-Diakoniekrankenhaus eröffnet

Hausärztliche Versorgung gestärkt

Tibor Serbanoiu, Facharzt für Allgemeinmedizin, sowie die Schwestern Andrea Steinmetz (l.) und Melanie Ohle betreuen die Patienten in der neuen Filialpraxis in Seehausen. Foto: Westermann

Seehausen. Die hausärztliche Versorgung in Seehausen wird gestärkt. Anfang dieses Monats öffnete eine weitere Filialpraxis im Landkreis Stendal für die Patienten.

Es ist die zweite Eigeneinrichtung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) im hiesigen Landkreis und insgesamt die vierte Filialpraxis und befindet sich in den Räumen des Agaplesion-Diakoniekrankenhauses.

Um das Wohl der Patienten kümmert sich Tibor Serbanoiu, seines Zeichens Facharzt für Allgemeinmedizin. Der Rumäne absolvierte von 1979 bis 1985 in seinem Heimatland ein Medizinstudium und arbeitete zwei Jahre in dem südosteuropäischen Land als Arzt. Danach war er 22 Jahre in Ungarn tätig. Es folgten Arbeitsaufenthalte von jeweils etwa einem Jahr in Schweden und Norwegen. Nun führt er die Filialpraxis in Seehausen. Tatkräftige Unterstützung bekommt er von den Krankenschwestern Andrea Steinmetz, Melanie Ohle und Isabel Austen. Die Sprechstundenzeiten sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie zusätzlich montags von 15 bis 18 Uhr und dienstags von 13 bis 17 Uhr. Unter der Rufnummer (039386) 61 56 ist die Filialpraxis im Diakoniekrankenhaus telefonisch erreichbar.

Über die Verstärkung der ambulanten Versorgung in der Wischestadt freut sich KVSA-Vorsitzender Dr. Burkhard John, der erklärt: „Ich bin sehr froh, dass wir die hausärztliche Versorgung in Seehausen mit dieser Eigeneinrichtung der KVSA stärken können. Da wir die offenen Hausarztstellen in der Region leider nicht wieder besetzen konnten, die ansässigen Ärzte aber um Unterstützung für die hausärztliche Versorgung baten, ist unser Konzept der Filialpraxen für diese Situation bestens geeignet. Perspektivisch soll das Projekt in einer zweiten Stufe um fachärztliche Leistungen ergänzt werden.“

Gesundheitsminister Norbert Bischoff lobte die Zusammenarbeit mit der KVSA und der AOK Sachsen-Anhalt bei der Umsetzung des gemeinsamen Förderprojektes „Vernetztes Versorgungszentrum“. Bischoff: „Wir haben gemeinsam den Beweis erbracht, dass auch in dünn besiedelten ländlichen Regionen eine zuverlässige ambulante medizinische Versorgung möglich ist.“ Ralf Dralle, neuer Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass die Menschen in Seehausen und Umgebung wieder einen Arzt in erreichbarer Nähe vorfinden. Wir engagieren uns dafür, unseren Versicherten flächendeckend eine gute, wohnortnahe medizinische Versorgung zu sichern.“

Das gemeinsame Projekt des Ministeriums für Arbeit und Soziales, der KVSA und der AOK Sachsen-Anhalt startete im vergangenen Jahr. Es ist in dieser Form bundesweit einmalig. Filialpraxen als Elemente der vernetzten Versorgung werden dort geöffnet, wo eine normale Praxis nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist, aber ein besonderer Versorgungsbedarf besteht. Die Patientinnen und Patienten können wie gewohnt einen Arzt in ihrer Umgebung aufsuchen, ohne lange Wege in Kauf nehmen zu müssen. Die Praxis in den Räumen des Seehäuser Krankenhauses ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Bei der Anfahrt mit dem Pkw können die Parkplätze der medizinischen Einrichtung genutzt werden.

Von Thomas Westermann

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