Schmiedehandwerk wird in Beuster am Leben erhalten / Vorführungen am Amboss

Wo der Hammer sein Lied singt

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In der Alten Schmiede in Beuster schwangen Detlef Steinke und sein Zuschläger den Hammer beziehungsweise hielten das warme Eisen mit der Zange in Position.

Beuster. Wenn Wände reden könnten, was hätte die alte Schmiede in Beuster wohl zu erzählen? 200 Jahre alt ist das Gebäude und bot zum Tag des offenen Denkmals ein Gefühl von damals.

Getränke aus Honig sind gesund.

Bei schönstem Sommerwetter fanden sich bereits zur Eröffnung Gäste aus nah und fern ein. Mit den Eichenbläsern aus Beuster und Geestgottberg gab Sabine Hiller, ehemalige Bürgermeisterin, ihrer Freude Ausdruck, dass sich alle Vereine des Ortes und viele andere Unterstützer in die Vorbereitung des Schmiede-Jubiläums mit einbrachten.

Die Damen schöpften fleißig heiße und feurige Suppe.

Und Hiller gab einen kleinen geschichtlichen Umriss zur Schmiede: Der letzte Besitzer, Otto Mäusezahl jr., der 1954 seine Meisterprüfung als Schmied ablegte, begann 1960 in der damaligen LPG seine Tätigkeit und übernahm nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1969 die Schmiede im Nebenerwerb. Dies war nötig, weil sich die Pferdebestände ständig vergrößerten und es für einen Hufschmied genügend Arbeit gab. 1987 wurde die Schmiede zum Denkmal erklärt. Drei Jahre später erfolgte die Aufgabe des Betriebes. 1992 starb der letzte Schmiedemeister in Beuster.

Am Wurststand wurde ordentlich gebrutzelt.

Nach dem Verkauf der Schmiede an die Gemeinde begann diese zur Jahrtausendwende mit der Rekonstruktion durch das Dorferneuerungsprogramm. Vor acht Jahren pachtete dann der Kunstschmiede- und Schlossermeister Detlef Steinke aus Groß Garz die Alte Schmiede und zeigt Vorführungen im Kunstschmieden. Steinke betonte: „Früher gehörte das Schmiedehandwerk zum Dorfbild, heute gibt es kaum noch solch intakte Werkstätten. Tradition ist für mich nicht die Weitergabe der Asche, sondern das Aufrechterhalten des Feuers.“

Dieses konnte man in Beuster gleich an zwei Feldschmieden und in der Alten Schmiede glühen sehen. Detlef Steinke hatte für diesen Tag noch den Kunstschmiedemeister Falk Laxander aus Lehrte bei Hannover sowie aus Lübeln im Wendland den Berufskollegen Oliver Eicke zum Glühen nach Beuster geholt.

Bei Falk Laxander aus Lübeln im Wendland konnten Mathilda und Kurt das Handwerk selbst ausprobieren.

Am Nachmittag roch es gegen 15 Uhr nach verbranntem Horn. Dieser intensive Geruch stammte vom Anpassen der Hufeisen für das Pony der Familie Schuster durch den Hufschmied Bernd Falke aus Klein Schwechten, der ebenfalls zum Glühen in Beuster gekommen war. Besonders stolz zeigten sich natürlich die Kinder, die sich eine kleine Lederschürze umbanden und dann unter Aufsicht das Schmieden probierten. Im Außenbereich der Schmiede, wenige hundert Meter entfernt, gab es eine Ausstellung mit Holzplastiken in der Marienkirche. Die Verantwortlichen zogen eine positive Bilanz zu diesem besonderen Tag.

Von Walter Schaffer

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