Altmärker fordern B 190n

Großer Sprung für Lückenschluss: Startschuss für A 14-Brücke bei Seehausen

Visualisiert: So soll die A 14-Elbbrücke nach ihrer Fertigstellung einmal aussehen.
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Visualisiert: So soll die A 14-Elbbrücke nach ihrer Fertigstellung einmal aussehen.

Wittenberge / Seehausen – „Das ist ein guter Tag für Seehausen und Wittenberge“, freut sich Rüdiger Kloth (Freie Wähler) über den Baubeginn für den A 14-Abschnitt, der die nördliche Altmark mit dem Nachbarland verbindet.

„Darauf warten wir schon viele Jahre“, sagt der Bürgermeistermeister der Verbandsgemeinde Seehausen beim ersten Spatenstich am Freitag (AZ berichtete).

Die Bundesstraße 190n muss gebaut werden – das meint nicht nur Seehausens Bürgermeister Rüdiger Kloth.

Dabei hatte ausgerechnet seine Kommune die ursprünglichen Planungen mit einer Klage aufgehalten. Es sei jedoch nie darum gegangen, das Projekt zu verhindern, sondern Lärmschutz für die Anwohner und eine bessere Anbindung bisheriger Straßen zu erreichen, was letztlich auch gelang.

„Wir setzen jetzt zum großen Sprung über die Elbe an“, sagte Dirk Brandenburger, Geschäftsführer der DEGES, die für den Planung und Bau dieses Abschnitts zuständig ist. Kernstück der knapp elf Kilometer langen und 305 Millionen Euro teuren Strecke ist die neue Elbbrücke bei Wittenberge, das anspruchsvollste Bauprojekt des gesamten A 14-Lückenschlusses, das allein 149 Millionen Euro kostet. Ab 2022 werden die Baumaschinen für dieses „markante Zeichen der Ingenieurskunst“, wie es Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nannte, rollen. Der eigentliche Streckenbau auf altmärkischer Seite ist dann ab 2023 geplant.

Zwei Jahre später sollen die Fahrzeuge nicht nur auf diesem Abschnitt rollen. Wenn alles gut geht, ist dann auch die Mittellandüberführung bei Dahlenwarsleben fertig. Die Planungen dafür wurden vor einer Woche fertiggestellt. Wenn es keine Klagen gibt, kann auch dort der Bau bald starten. Zwei A 14-Abschnitte in Sachsen-Anhalt sind schon freigegeben. An einem weiteren wird gearbeitet. Für die anderen liegt Baurecht vor. In Mecklenburg-Vorpommern ist die A 14 bereits fertig. Lediglich für das Stück zwischen Karstädt und Wittenberge im Land Brandenburg laufen die Planungen noch.

Erst vor knapp einen Monat wurde der Abschnitt von Colbitz bis Dolle (Anschlussstelle Tangerhütte) durch den Bundesverkehrsminister freigegeben. „Sie kenne ich doch inzwischen“, rief Scheuer diesmal den Altmärkern zu, die wieder mit großen Schildern angerückt waren, um nicht nur für den schnellen Bau der Autobahn zu demonstrieren. Nicht nur für die Vertreter der IHK ist die A 14 ein Teil des versprochenen Infrastrukturprojektes. Ebenso wichtig sei eine leistungsfähige Querspange zur künftigen A 39 in Niedersachsen, steht auch Kloth hinter der Forderung nach einer B 190n. Doch mit der Umsetzung dieser beiden Vorhaben sieht es nicht so rosig aus.

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