Sanierung des DDR-Relikts geplant

Grenzturm bei Bömenzien soll zum Verweilen einladen

Der ehemalige Grenzturm bei Bömenzien soll über das Leader-Programm saniert werden.
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Der ehemalige Grenzturm bei Bömenzien soll über das Leader-Programm saniert werden.

Bömenzien – Den ehemaligen Grenzturm bei Bömenzien wollte der einstige Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck im großen Stil wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen und damit eine Art Touristenattraktion schaffen (die AZ berichtete).

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 50 000 Euro. Letztlich räumte er seinen Stuhl im wischestädtischen Rathaus, um seinen Job als Wirtschaftsdezernent in Dessau-Roßlau anzutreten.

Sein Nachfolger Rüdiger Kloth ging dieses Vorhaben kleiner an – und dies aus gutem Grund. Wegen der Enge könne man den Besuchern den Turm nicht zugänglich machen. Die Ausmaße des Turms betragen lediglich etwa zweimal zwei Meter, eine Treppe im Innenteil, die zur Aussichtsplattform führen sollte, sei nicht möglich, sagte Kloth seinerzeit im AZ-Gespräch. Und eine Treppe am Außengelände würde den Charakter des Grenzsicherungsbaues zerstören.

Auch wenn der Turm nicht zugänglich sein wird, saniert soll er dennoch werden. Immerhin ist er der einzige im Landkreis Stendal, der im Grünen Band liegt und noch an die deutsche Teilung erinnert. Der bauliche Zustand ist schlecht. Das Dach ist undicht, die Fenster kaputt. Es dringt dadurch Feuchtigkeit ein. Die Fassade bröckelt teilweise und ist mit Graffitis beschmiert. Im und neben dem Grenzturm befindet sich Unrat.

Im Zuge des Projektaufrufs Leader 2020/21 sollen Fördermittel für die Sanierung beantragt werden. Damit sollen das Dach und die Fenster erneuert sowie die Fassade ausgebessert und von den Graffitis befreit werden. Geplant ist, im Außenbereich in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftsschule in Seehausen und dem Schnackenburger Grenzlandmuseum Hinweistafeln aufzustellen, die die Grenzgeschichte in der Region Besuchern erlebbar machen soll. Außerdem ist eine überdachte Sitzgelegenheit vorgesehen.

Für das Projekt sind Gesamtkosten in Höhe von 18 000 Euro veranschlagt. 75 Prozent der Kosten können als Fördermittel beantragt werden. Dies entspricht 13 500 Euro. Die restlichen 25 Prozent, konkret 4500 Euro, sind dann von der Verbandsgemeinde Seehausen aufzubringen. Der Verbandsgemeinderat wird sich mit der Thematik Grenzturm-Sanierung auf seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag befassen.

VON THOMAS WESTERMANN

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