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Auf dem Weg zum Gesundheitszentrum

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Vertreter aus Wirtschaft, Politik und viele ehemalige Beschäftigte waren gestern beim Festakt anlässlich des 120-jährigen Bestehens des Seehäuser Krankenhauses zugegen. Rechts die Geschäftsführerin der medizinischen Einrichtung, Maria Theis.
Vertreter aus Wirtschaft, Politik und viele ehemalige Beschäftigte waren gestern beim Festakt anlässlich des 120-jährigen Bestehens des Seehäuser Krankenhauses zugegen. Rechts die Geschäftsführerin der medizinischen Einrichtung, Maria Theis.

Seehausen. Das Krankenhaus in Seehausen kann auf sein 120-jähriges Bestehen verweisen. Ein guter Grund, dieses Jubiläum zu feiern.

Gestern Nachmittag gab es diesbezügliche einen zweistündige Festakt mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik und vielen ehemaligen Beschäftigten, die in der medizinischen Einrichtung tätig waren. Das Haus habe sich der Gesundheitsversorgung seit 120 Jahren verschrieben und man sei bemüht, Krankheiten zu heilen oder zu lindern, sagte Agaplesion-Diakoniekrankenhaus-Geschäftsführerin Maria Theis bei der Begrüßung der geladenen Gäste. Weiterhin wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Bürger rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Theis machte darauf aufmerksam, dass das Krankenhaus sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Gesundheitszentrum entwickelt habe. Es werden unter anderem physiotherapeutische Leistungen angeboten und Vorträge zu medizinischen Themen für die Bevölkerung gehalten. Neben der Salus-Tagesklinik haben sich in der Einrichtung etliche Arztpraxen angesiedelt.

Einen sehr interessanten und kurzweiligen Vortrag hielt Dr. Walter Fiedler als ehemaliger Leitender Arzt für Anästhesie und Intensivmedizin über die 120-jährige Geschichte des Krankenhauses, die sehr bewegt gewesen sei. Als Beispiele der vergangenen Zeiten nannte er unter anderem den Aufstieg und Niedergang des Kaiserreiches, die Nazi-Diktatur, die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung im Jahre 1990. Der Mediziner im Ruhestand, der die begonnene Chronik der medizinischen Einrichtung fortführt, ging bei seinen Ausführungen auch auf die drei Hospitäler ein, die es im Mittelalter gegeben habe. Davon existiere nur noch die Salzkirche. Mit der Standortwahl des Hauses, das 1892 in Betrieb ging, haben die Stadtverordneten eine weise Entscheidung getroffen, ist sich Dr. Fiedler sicher. Er machte auf verschiedene Um- und Anbauphasen aufmerksam und auf die Bereitstellung von rund 21 Millionen Euro Fördergeld für Bauarbeiten und weitere Millionen für Medizintechnik nach der Wende. In diesem Zusammenhang dankte er schmunzelnd den „reichen Geberländern“, allen voran den Freistaat Bayern. Für die Zukunft wünscht sich Dr. Fiedler, dass die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in der Öffentlichkeit vorstellen, die Patienten über Positives in dem Haus berichten und die Politik die Daseinsberechtigung kleinerer medizinischer Einrichtungen unterstütze und die bürokratische Arbeit reduziere.

Dr. Heidemarie Willer aus dem Arbeits- und Sozialministerium regte an, gemeinsam konstruktive Ideen zu entwickeln, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein. Dieses Angebot nahm Geschäftsführerin Theis gern an. Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender der Agaplesion gAG, bezog sich in seinem Grußwort auf Traditionen und Innovationen und welche Fortschritte die chirurgische Entwicklung in den vergangenen Jahren gemacht habe.

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes zeichneten Tabiha Harzer und Dr. Ralph Netal verantwortlich, die Werke von Williams, Mozart und Brahms spielten.

Am heutigen Sonnabend gibt es für die Bürger im Seehäuser Krankenhaus von 13.30 bis 16.30 Uhr einen Tag der offenen Tür mit vielen interessanten Angeboten.

Von Thomas Westermann

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