Solide Bausubstanz in leerstehendem Relikt: Wohnen und Arbeiten möglich

Geschäfte machen hinter Werbens altem Postschalter

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Briefmarken gibt es im Erdgeschoss des leerstehenden Hauses Marktstraße 6 schon lange nicht mehr. Aber endlich Pläne für die Zukunft.

Werben. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Bekanntwerden erster Sanierungspläne für die Alte Post, haben sich im leerstehenden Gebäude Marktstraße 6 erneut Fachleute getummelt.

Der 17 Meter lange, elf Meter breite und 14 Meter hohe Bau ist als Wohn- und Gewerbestandort im Gespräch (AZ berichtete). Das Haus befindet sich im Eigentum der Hansestadt und könnte durch die Vermietung von Privat- und Geschäftsräumen Geld in die Werbener klamme Stadtkasse fließen lassen.

Das vom Osterburger Planer Guido Cierpinski Anfang 2016 vorgelegte Sanierungskonzept diagnostiziert die vorhandene Bausubstanz als „solide Gebäudestruktur“. Die Räume im Erdgeschoss und Obergeschoss seien in relativ gutem Zustand und Wasserschäden nicht begutachtet worden. Als ebenso „augenscheinlich in Ordnung“ schätzte der Fachmann den Zustand von Dach und Tragwerken ein. In seinem Konzept macht Cierpinski, dessen Planungsbüro sich mit bekannten Objekten wie dem Verbinder des Technikzentrums der Kreissparkasse in Stendal, dem Neubau des Stadions in Tangermünde, des Reitsportzentrums in Krumke und dem Arbeitsamt in Osterburg einen Namen gemacht hat, mögliche Nutzungsvorschläge für alle Geschosse der Alten Post. 

So könnten die Kellerflächen (100 Quadratmeter, qm) als Abstell- und Technikräume verwendet werden, würden sich im Erdgeschoss auf 140 qm Gewerbebetriebe oder Läden ausbreiten können, während das Ober- und Dachgeschoss zu Wohnungen (250 qm) hergerichtet werden soll. Über die Toreinfahrt sollen Wohnungen und der Innenhof erreicht werden, der als zentraler Platz der Begegnung geplant ist. Das benachbarte Fachwerkhaus, Marktstraße 5, ist nach Meinung des Planers wegen des maroden Zustands aber abrissreif. Ein „rückseitiger Neubau an die Frontfassade im Fachwerkstil“ sei realistisch. Allein woher das Geld für die Investition von rund 600 000 Euro für die Sanierung der Alten Post herkommen soll, ist offen. Auf weitere rund 307 000 Euro beziffert der Planer die Kosten für das Nachbarhaus Marktstraße 5. In dem Objekt wäre Platz für weitere 65 Quadratmeter Gewerbefläche und 110 Quadratmeter für Wohnungen. Das Gebäude würde sich den Innenhof mit der Alten Post teilen.

Von Antje Mahrhold

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