Bei der Sanierung des Seehäuser Waldbades sollen neue Wege beschritten werden

„Gesamtkonzept überdenken“

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Innenminister Holger Stahlknecht (2.v.r.) besuchte Ende Juli das Seehäuser Waldbad. Geld für die Sanierung hatte er für Fördervereinsvorsitzenden Dr. Walter Fiedler (l.) nicht dabei.

Seehausen. Für die Restaurierung und Sanierung des Seehäuser Waldbades soll ein neues Konzept erstellt werden. Das berichtete Dr. Walter Fiedler, Vorsitzender des Fördervereins für die beliebte Freizeitstätte im Schillerhain, gegenüber der AZ.

Bisher waren die Kosten auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Mit dem neuen Anlauf könnten diese nach ersten, vorsichtigen Schätzungen um rund eine Million Euro gesenkt werden. „Wir müssen das Gesamtkonzept überdenken und gründen diesbezüglich eine Arbeitsgruppe unter meiner Leitung. “ Besonders dringender Handlungsbedarf besteht bei der Instandsetzung des 50 Meter langen Schwimmerbeckens. Gestützt auf Recherchen im Internet gebe es mittlerweile modernere Beschichtungsmethoden, von denen auch das Becken profitieren könnte. Derzeit ist ein Essener Unternehmen in Wittenberge aktiv, das die dortige Mülldeponie abdichtet. Dr. Fiedler nahm Kontakt zu dem Chef auf, der schon mal das Waldbad inspizierte. Erfreulich an einer Beschichtung wäre die Tatsache, dass das 50-Meter-Becken in voller Länge erhalten werden könnte. Beim gegenwärtigen Konzept ist noch von einer Verkleinerung die Rede. Als nächster Schritt soll der Beton des Beckens chemisch untersucht werden, um mögliche Vorgehensweisen zu erörtern.

Die Waldbadförderer hatten bei der Sanierung Unterstützung von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht erhofft, der Ende Juli bei seiner Sommertour die Freizeitstätte besucht hatte. Doch angeblich passt das Bad nicht in die Förderrichtlinien. Eine Hürde war beispielsweise die kommerzielle Nutzung. Finanzielle Hilfen wären jedoch möglich, wenn sich ein Verein gründen würde, der das Areal nutzen würde. Dr. Fiedler gibt sich im AZ-Gespräch etwas enttäuscht. „Mir war schon klar, dass der Minister keinen Scheck aus der Tasche ziehen wird.“ Doch mit dem Argument der kommerziellen Nutzung hat Seehausens Vize-Bürgermeister so seine Probleme. Denn Eintrittsgelder werden in den Kommunen für Stadien oder auch Schwimmhallen genommen.

Von Thomas Westermann

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