Kloth bleibt bei Selbstanzeige

„Gefahr noch nicht gebannt“

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Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth nimmt seine vor einigen Wochen getätigte Selbstanzeige wegen „Körperverletzung im Amt“ noch nicht zurück.

Seehausen. Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, erstattete vor einigen Wochen hinsichtlich der Problematik mit dem Eichenprozessionsspinner Anzeige gegen sich selbst.

Der Grund: Als Bürgermeister sei es seine Aufgabe, die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren – auch gesundheitliche Schäden durch die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners (EPS) zählen dazu. Den Ausschlag gab der allergische Schock, den die achtjährige Pauline erlitten hatte (die AZ berichtete).

Danach kam auf politischer Seite richtig Bewegung in die Angelegenheit. Das Land stellt Soforthilfen für das Absaugen der Raupennester mit den Gifthaaren bereit. Die Kosten schätzt Kloth auf 100.000 bis 150.000 Euro bei einem zehnprozentigen Eigenmittelanteil ein. Fast 1000 Bäume werden derzeit in den betroffenen Ortslagen abgesaugt. Auf jeder Eiche befinden sich etwa 20 dieser Nester, schätzt der Kommunalpolitiker. Nun wünscht sich Kloth, dass eine Arbeitsgruppe, die eigens für die EPS-Problematik ins Leben gerufen werden soll, eine wirksame Strategie für die Bekämpfung im nächsten Jahr entwickelt.

Seine Selbstanzeige wegen „Körperverletzung im Amt“ nimmt er allerdings noch nicht zurück und wartet erst mal ab. „Die Gefahr ist noch nicht gebannt“, sagt der Aulosener im AZ-Gespräch. Er sei verantwortlich für 400 Kinder in den Tagesstätten und weiteren 200 Mädchen und Jungen in den Horten. All jene sollen nicht so leiden, wie die kleine Pauline.

Von Thomas Westermann

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