Thementag in Seehausen: „Demenz – Vergiss mich nicht“

„Für Tränen nicht schämen“

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Anhand von ausgelegtem Material über Demenzerkrankungen und das Projekt des Krankenhauses konnten sich die Besucher ein Bild über diese Problematik verschaffen.

Seehausen. Thema: Demenz. Um über diese Erkrankung, die in Deutschland bereits 1,5 Millionen Menschen, die meisten über 75 Jahre, betrifft, reden zu können, wurde nach der Begrüßung durch die Pastorin Almut Riemann der Film „Honig im Kopf“ gezeigt.

Mit Til Schweiger, seiner Tochter Emma und Dieter Hallervorden in den Hauptrollen lief diese deutsche Tragikomödie im letzten Jahr mit über sieben Millionen Besuchern sehr erfolgreich in den Kinos. Kaum einer der Besucher zeigte sich nicht berührt und „man brauche sich seiner Tränen nicht zu schämen“, so die Organisatoren. Nach dem Filmende erklang als Nachspiel und Besinnung Klaviermusik durch Dr. Ralph Netal, dessen Melodien auch in dezenter Weise die anschließende Diskussion begleitete. Ausgelegtes Informationsmaterial über die Demenzerkrankung konnte als Lektüre für zu Hause mitgenommen werden.

Seit 1994 finden weltweit am 21. September vielfältige Aktionen statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in den Entwicklungsländern.

Das Motto des diesjährigen Tages lautet „Demenz – Vergiss mich nicht“ und zeigt auf einem der Plakate eine zum Gruß ausgestreckte Hand mit einem Strauß Vergissmeinnicht-Blumen. Das Agaplesion Diakoniekrankenhaus Seehausen und die evangelische Kirchengemeinde veranstalteten am Freitagnachmittag erstmalig, gemeinsam einen Aktionstag, der auf die Problematik der Alzheimererkrankung und ihrer Folgen aufmerksam machen sollte. Seit 2013 läuft am „Demenzsensiblen Krankenhaus“ ein Projekt zu der Demenzerkrankung.

Die Projektleiterin Sylke Raboldt-Werthe, Nicole Hinkelmann von der Pflegedienstleitung und die zum Demenzcoach auszubildende Viktoria Frommke standen bei der Veranstaltung als sachkundige Gesprächspartner zur Verfügung. Von der Projektleiterin wurden auch die ehrenamtlichen Projektmitarbeiterinnen begrüßt, wobei der Wunsch nach noch mehr ehrenamtlichen Demenzbegleitern geäußert wurde. Bei einem Imbiss im Nebenraum kam es noch zu interessanten Gesprächen, denn einige der Besucher kannten das dargestellte Problem aus der eigenen Familie oder der Verwandtschaft.

Von Walter Schaffer

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