In Pollitz richten sich die Kennerblicke auf den vierbeinigen Nachwuchs

Frühlingsgefühle auf der Koppel

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Auf dem Zuchthof Lange sind die Stuten in die Tiere mit Fohlen bei Fuß und die tragenden Tiere aufgeteilt worden. Dabei ist es wichtig, dass auf die Freundschaftsbeziehungen der Tiere untereinander geachtet wird. Foto: Driesch

Pollitz. Auf dem Zuchthof Lange ist viel zu tun. Die ersten Fohlen haben das Licht der Welt erblickt. Fohlen sind immer ein Hingucker, etwas Besonderes.

Nicht nur junge Mädchen begeistern sich für die jungen Pferde, auch erfahrene Züchter schauen mit Kennerblick auf den Pferdenachwuchs. Dabei sind Hengstfohlen nach wie vor die bevorzugten Pferdekinder, denn wenn sie die Kriterien für eine Hengstkarriere erfüllen, schlägt das Züchterherz höher als normal. Das Exterieur und die Bewegungen sollen dem züchterischen Idealbild entsprechen. Auch die Abstammung muss interessant sein und Begehrlichkeiten beim Betrachter wecken. Wenn das alles positiv zusammenkommt, hat der Züchter eine gute Chance, ein Hengstfohlen schon mit sechs Monaten zu vermarkten.

Da ist der Lebensweg eines Stutfohlens schon etwas beschaulicher. Es muss erstmal drei Jahre alt werden, bevor der Züchter die Entscheidung trifft, Zucht oder Sport? Und auch dann steht erstmal eine Ausbildung an: Geht die Stute in die Zucht, wird sie eine Stutenleistungsprüfung machen. Geht sie in den Sport, wird sie eine sportliche Ausbildung machen. Beides ist mit beträchtlichen Kosten verbunden und dauert seine Zeit.

Insofern ist die Freude über ein gelungenes Hengstfohlen sehr realistisch und verständlich. Die Zeit der Fohlengeburten zieht sich in Pollitz in diesem Jahr von Februar bis in den Juni hin. Nachdem vier Fohlen bereits auf der Welt sind, werden vier weitere noch erwartet. Jochen Lange trennt die Stuten in zwei Gruppen: die mit Fohlen bei Fuß und die tragenden Stuten. Auch nimmt er Rücksicht darauf, wie gut sich die Stuten kennen. Pferdefreundschaften sind sehr wichtig, denn kennen sich Stuten nicht, kann es sein, dass sie aggressiv oder ängstlich reagieren. Da es sich oft um Pensionsstuten handelt, kennt Jochen Lange dieses Problem und beobachtet die Tiere, um herauszufinden, ob die Herdenzusammensetzung passt.

Die Pferde gehen täglich auf ihre Koppel in Hofnähe, denn Bewegung ist das Wichtigste für alle. Jetzt wünschen sich Mensch wie Tier, dass es wärmer und sonniger wird.

Von Nora Driesch

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