CDU-Mann bekommt es bei der Stichwahl am 3. April mit einem Spillner-Bündnis zu tun

Front gegen Kloth formiert sich

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Das ZDF und die „Forschungsgruppe Wahlen“ interessierten sich am Sonntag speziell für Schönberg und die etwas mehr als 400 Wahlberechtigten. Heike und Gerald Werner aus Arendsee sammelten Daten für die Hochrechnung. Auch Guido Mertens (Bild unten r.), Ordnungsamtschef und nach Recks Abgang amtierender Bürgermeister, trat in Schönberg an die Wahlurne.

Seehausen. Das Zepter der Verbandsgemeinde Seehausen ist umkämpft. Für die Stichwahl am 3. April formiert sich ein Bündnis gegen den Favoriten Rüdiger Kloth (CDU), der beim Urnengang am Sonntag satte 46,3 Prozent der Stimmen erhalten hat.

Seine Konkurrentin, die parteilose Antje Spillner (23,2 Prozent), kann bereits auf die Unterstützung von mindestens zwei der fünf ausgeschiedenen Kandidaten zählen.

„Sie macht einen kompetenten Eindruck, zudem gibt es bislang viel zu wenige Frauen in Führungspositionen“, meint Dr. Georg Hermann Holländer (2,7 %), der wie Friedrich-Wilhelm Siedentopf (4 %) die Wähler nun für die Beusteranerin begeistern möchte. Bündnisgrüner David Elsholz (3,2 %) hegt nach eigenem Bekunden „durchaus Sympathien für Frau Spillner“, will sich aber noch Zeit geben und warten, bis die beiden Duellanten auf ihn zukommen.

Drittplatzierter Detlef Neumann (14, 6%, UWG), Bürgermeister in der Stadt Seehausen, will keine Wahlempfehlung abgeben. „Ich muss mich zurücknehmen und das nun alles neutral sehen. Das Ganze wird aber noch richtig spannend.“ Franka Hirsch (5,9 %) spricht sich gegenüber der AZ für CDU-Mann Kloth aus.

„Mich hat die Höhe meines Ergebnisses sehr überrascht, doch das ist nur ein Teilerfolg. Stichwahlen haben ihre eigenen Gesetze“, gibt sich Kloth vorsichtig. Erfahrungsgemäß lasse sich die eigene Wählerschaft für einen zweiten Wahlgang schwerer mobilisieren. Seine Mitgliedschaft in der CDU, die im Landkreis traditionell stark ist, müsse nicht unbedingt entscheidend sein. Der Auloser: „Bei einer Kommunalwahl zählen die Köpfe und nicht das Parteibuch.“ Eines sei aber schon klar geworden: „Die Menschen in der Verbandsgemeinde wollen keine Experimente mehr.“ Knapp 1200 Stimmen machten am Sonntag den Unterschied zwischen Kloth und Spillner aus.

Spillner sieht in dem Vorsprung des CDU-Mannes eine Herausforderung. „Es wird schwierig, zugegeben, aber nicht unmöglich. Die Karten werden neu gemischt“, ist die frühere Osterburger Bauamtsleiterin überzeugt. Die Christdemokraten hätten in der Verbandsgemeinde, wie anderswo im Landkreis Stendal auch, regelrechte Hochburgen. Gerade in den Wischedörfern und Teilen der Kernstadt müsse sie Anfang April unbedingt stärker punkten, um eine realistische Chance auf das Bürgermeisteramt zu haben. „Das werden wirklich aufregende Wochen.“

Die Menschen in der Verbandsgemeinde haben bereits Erfahrungen mit einer Stichwahl. Im Oktober 2012 setzte sich Robert Reck, von der SPD unterstützt, gegen die CDU-Finalistin Annegret Schwarz durch. Weil es Reck nach Dessau-Roßlau zog, musste in Seehausen und Umgebung frühzeitig gewählt werden. Der ehemalige Bürgermeister ist in Anhalt der neue Beigeordnete für Wirtschaft und Kultur.

Von Marco Hertzfeld

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