Oldie-Bus kutschiert Touristen seit zehn Jahren trotz Macken erlebnisreich durch die Prignitzstadt

Fridolin macht Ausflügler glücklich

+
An Bord gibt es Kaffee und Kuchen: Passagiere auf Stadtrundfahrt in der größten Prignitzstadt wissen die Macken des Vehikels zu schätzen. Wegen der großen Fenster ist im Sommer sehr warm. Der Setra, Baujahr 1965, stammt aus einer Scheune in Bayern.

Wittenberge/Seehausen. Nostalgiebus „Fridolin“ hat seinen Aufstieg in einer Scheune in Bayern begonnen, als er vor fast drei Jahrzehnten in den hohen Norden der Republik immigriert ist.

Seit 2007 chauffiert das liebenswerte Vehikel Neugierige, weil es mit seinem ganz besonders eindrucksvollen Charme Oldie-Fans in Scharen immer wieder in die größte Stadt der Prignitz lockt – denn gemütliche Stadtrundfahrten im Stil einer Kaffee-Kuchen-Sause mit Panorama-Blick an Bord eines historischen Omnibusses, Typ Setr, Baujahr 1965, haben eben Seltenheitscharakter.

Fridolin-Fans sind auch im Seehäuser Gebiet alles andere als eine Seltenheit. Das Vergnügen im Oldie-Bus des Nachbarbundeslandes gönnte sich vor Kurzem auch eine 17-köpfige Truppe aus Freunden, Arbeitskollegen und ehemaligen Klassenkameraden, die unter dem Motto „Rockabilly lebt“ aus dem zur Gemeinde Altmärkische Höhe zählenden Ort Losse etwa in Petticoat-Kleidern passend gekleidet die Sehenswürdigkeiten der 19 000-Einwohern-Stadt erfahren hat.

Verantwortliche in Wittenberge registrieren seit Jahren, dass die Beliebtheit des Oldie-Busses stetig zunimmt. So seien 2010, als das seinerzeit noch namenlose Vehikel sein drittes Wittenberger Betriebsjahr absolvierte, 310 Fahrgäste gezählt worden. Vier Jahre danach seien es bereits 1150 Passagiere gewesen, gab der Kultur- und Tourismusbetrieb seinerzeit bekannt. Und als die Bus-Crew der Prignitzstadt dann im März 2015 öffentlichkeitswirksam nach „einem pfiffigen Namen“ für das rollende Stadtführungsmobil suchte, waren zunächst noch „Kasimir“ und „Karl“ im Spiel. Da aber der Name Fridolin „im Ohr am besten klingt“, wie eine Mitwirkende vor zwei Jahren argumentiert hat, und weil Fridolin letztlich die meisten Stimmen bekam, ziert die Karosse des blauen Flitzers nun passend ein entsprechender Schriftzug.

Die Gäste auf den Plätzen wissen längst, das Fridolin auch so seine Macken hat. Wegen seiner großen Fenster wird es im Fahrgastraum im Sommer recht schnell recht warm, während sich die Passagiere in der kühleren Jahreszeit möglichst warm kleiden sollten.

„Der Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb bietet noch einmal in diesem Jahr eine öffentliche Stadtrundfahrt an. Auf ganz bequeme Weise lässt sich in zwei Stunden jede Menge Wissenswertes über Wittenberge erfahren. Der Oldie-Bus chauffiert Interessierte ganz gemütlich durch die Stadt. Die zweistündige Fahrt beginnt am Sonnabend, 26. August, um 14 Uhr“, teilt Marketingchefin Simone Albers mit. Und bittet unter Tel. (03877) 92 91 81 um Anmeldungen.

Unterwegs hört die Busfahrgemeinschaft Altes und Neues von Stadtmaskottchen Ackerbürgerin Mathilde alias Birgit Leppich. Albers: „Die Gäste lernen die Elbestadt von einer ganz anderen Seite kennen.“ Treffpunkt für alle Fridolin-Fans ist direkt am Paul-Lincke-Platz in Wittenberge.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare