DRK-Kleiderkammer gut angenommen, aber am Nachschub klemmt es

Flüchtlinge entdecken Markt in Seehausen

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Marlies Duffe unterhält sich gern mit Besuchern im Familien- und Sozialmarkt. Vor einem Jahr starteten die Bauarbeiten. Mittlerweile wird die Einrichtung auch von immer mehr Flüchtlingen genutzt, die sich dort mit preisgünstiger Kleidung eindecken.

Seehausen. Vor genau einem Jahr begann auf dem Gelände des Seehäuser DRK-Ortsvereins der Umbau eines Garagentraktes zum Familien- und Sozialmarkt. Damit bekam die beengte Kleiderkammer neue und ansprechende Räumlichkeiten.

Die rund 190 000 Euro teuere Investition, finanziert mit Fördergeld vom Land sowie Eigenmitteln des Kreisverbandes „Östliche Altmark“ und des Ortsvereins, habe sich ausgezahlt, bilanziert Seehausens DRK-Vorsitzende und Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Marlies Duffe.

Durch die Erweiterung der Fläche konnte die Angebotspalette erweitert werden. Neben Textilien und Schuhen gebe es Kleinmöbel, Lampen, Taschen und Koffer. Und angesichts der zunehmenden Bedürftigkeit der Menschen fänden die Produkte reißenden Absatz, fügt die DRK-Ortsvereinsvorsitzende hinzu. Doch nicht nur Einheimische decken sich an der Arendseer Straße mit preisgünstiger Kleidung ein, auch immer mehr Flüchtlinge entdecken den Familien- und Sozialmarkt für sich. Sie kommen nicht nur aus Seehausen, sondern beispielsweise auch aus Wittenberge und Osterburg.

Doch Duffe hat auch ein großes Problem. In den von den Rotkreuzlern aufgestellten Kleidercontainern finden sich immer weniger Sachen. Grund dafür sind die zunehmend bereitgestellten Behältnisse in und um Seehausen von auswärtigen Unternehmen. Massiv zugenommen habe das seit August des vergangenen Jahres, beobachtete Duffe. Dadurch werde auch das Angebot im Familien- und Sozialmarkt geschmälert. Man müsse mittlerweile mit jedem Cent rechnen. Die bisherige Unterstützung verschiedenster sozialer Projekte könnte schwierig werden, schätzt Marlies Duffe im Gespräch mit der AZ ein.

Von Thomas Westermann

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