Fischsterben im Seehäuser Aland / Schwüle Temperaturen reduzieren Sauerstoff

Die Wärme bringt den Tod

Tote Fische treiben derzeit auf verschiedenen Flüssen in Sachsen-Anhalt. Betroffen davon ist auch der Aland in Seehausen. Der Grund für das Sterben der Schuppentiere ist der niedrige Sauerstoffgehalt, unter anderem bedingt durch die Witterung.

Seehausen. Mit der Wärme kommt der Tod – zumindest für etliche Fische im Seehäuser Aland. Vorgestern wurde Björn Schünemann, Ordnungsamtsmitarbeiter der Verbandsgemeinde Seehausen, darüber informiert, der sich vor Ort ein Bild von der Situation machte.

Das Wasser war zudem dunkelbraun und schäumend. Er informierte daraufhin den Landkreis Stendal.

Für die Experten vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ist der Zustand gegenwärtig nichts Außergewöhnliches. Detlef Möbes, Gebietsbereichsleiter für das Einzugsgebiet Mittlere Elbe/Havel beim Gewässerkundlichen Landesdienst in Magdeburg, weiß auch von anderen Fischsterben in sachsen-anhaltinischen Flüssen. Das sei der Witterung geschuldet, sagte er gestern auf AZ-Anfrage. Gewitter und schwülwarme Temperaturen reduzieren den Sauerstoffgehalt auf unter drei Milligramm pro Liter, manchmal seien auch Werte unter ein Milligramm pro Liter im Labor festgestellt worden. Das führe zwangsläufig zum Fischsterben. Gerade in den Morgenstunden sei laut Möbes der Sauerstoffgehalt besonders gering. Im Laufe des Tages bessere sich der Zustand dann etwas. Probleme bereiten den Gewässern auch die auf Feldern ausgebrachte Gülle, die in die Flüsse wie Aland und Biese gelangen. Und auch der Rinderbestand auf den Wiesen tut sein Übriges bei. Aufgrund des vielen Niederschlags in diesem Jahr kann das Wasser schlecht versickern, so dass der Kot in die Gewässer abgespült werde und dort den Sauerstoffgehalt reduziere.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare