Heiligenfelder Baggersee wechselt Besitzer / Angler hoffen auf Happy End / Kieswerk bleibt

Filmkulisse unter anderer Regie

+
Der deutsch-französische Streifen „Zum Geburtstag“ beginnt Mitte der Achtziger in der DDR. So stellte sich ein Filmemacher die ostdeutsche Jugend vor. Etlichen Szenen sind im August 2012 an einer ehemaligen Kiesgrube in Heiligenfelde gedreht worden.

Heiligenfelde. Einer der beiden Teile des Kiessees bei Heiligenfelde soll den Besitzer wechseln. Die Firma Suding mit Sitz im niedersächsischen Lüsche will ihren Bereich veräußern, dort wird seit einigen Jahren kein Baumaterial mehr gefördert.

Inwieweit sich das wieder ändern kann oder was sich ansonsten zukünftig auf dem Wasser und am Ufer abspielen könnte, dazu hält sich Seniorchef Alfons Suding bedeckt. Vor gut vier Jahren avancierte der altmärkische Baggersee zur Filmkulisse. Unter der Regie von Denis Dercourt wurde für die deutsch-französische Kinoproduktion „Zum Geburtstag“ gedreht. „In diese Richtung geht es nicht“, sagt Suding im Gespräch mit der AZ und zerstreut damit zumindest allzu fantastische Gerüchte.

Dercourt, der durch „Das Mädchen, das die Seiten umblättert“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, hatte mit Mark Waschke, Marie Bäumer, Sylvester Groth und Sophie Rois ein durchaus hochkarätiges Ensemble vor die Kamera gebracht. Der Franzose zeigte sich von der Kulisse in Heiligenfelde angetan und sprach damals von einer „Landschaft wie in Kanada“. Wem der Film nicht in Erinnerung geblieben ist, dem hilft vielleicht ein kurzer Blick auf den Inhalt: An seinem 16. Geburtstag schließt Paul mit seinem Mitschüler Georg einen Pakt. Georg muss unerwartet wegziehen und überlässt ihm seine Freundin Anna. Einzige Bedingung – er bekommt sie bei gegebener Zeit zurück. 30 Jahre später ist es dann so weit ...

Zurück in die Gegenwart: Der anstehende Verkauf schlägt bei Anglern Wellen. Der örtliche Verein nutzte bislang das Gewässer und zahlte Pacht. Wie es nun für die Petrijünger aus Heiligenfelde und Umgebung weitergeht, ist unklar. Bei der jährlichen Hauptversammlung am Wochenende musste diese Zukunftsfrage unbeantwortet bleiben. Wo noch Anlagen stehen und Kies gefördert wird, da hat ein anderes Unternehmen das Sagen.

Und dort dürfe eh nicht geangelt werden, betont Matthias Erben für die Firma „Happy Beton“. Das Gelände des Kieswerkes und alles, was damit zu tun habe, dürfe noch nicht einmal einfach so betreten werden. Auch das Baden sei verboten, allein schon aus Sicherheitsgründen. Das Werk bleibe der Altmark erhalten. „Es lässt sich immer schwer sagen, wie lange man an einer Stelle noch fündig wird, doch hier dürfte es noch viele Jahre so sein.“

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare