Lange Schlangen beim Böller-Verkauf gehören nach der politischen Wende der Vergangenheit an

Feuerwerk im Wandel der Zeiten

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Christian Buness (r.) hat die Geschmäcker bei den Feuerwerken im Wandel der Zeiten miterlebt, sein Mitarbeiter Tobias Jabke noch nicht. Waren zu DDR-Zeiten Raketen und Blitzknaller die Renner, so sind es nun Batteriefeuerwerke mit 300 Schuss. Foto: Westermann

Seehausen. Die Geschmäcker hinsichtlich des Feuerwerksverkaufs zu Silvester haben sich im Laufe der Jahre geändert. Das weiß Kaufmann Christian Buness, der an der Seehäuser Mühlenstraße ein alteingesessenes Geschäft betreibt, ganz genau.

Als das Unternehmen vor 175 Jahren gegründet wurde, spielten Raketen, Böller und Co. noch keine Rolle, aber zu DDR-Zeiten schon.

Der Geschäftsmann kann sich noch gut an die langen Schlangen der Kaufinteressenten erinnern, die sich Ende Dezember schon um 4 oder 5 Uhr anstellten, obwohl der Laden erst um 8 Uhr öffnete. „Es waren bestimmt zwischen 50 und 100 Leute“, sagt Buness gegenüber der AZ. Um den Ansturm in geordneten Bahnen zu halten, war immer ein Helfer der Volkspolizei zugegen. Damals wurden die Knallkörper ausschließlich in der DDR produziert. Da sein Vater Hans-Jochen und er ein privates Geschäft führten, gab es nur ein begrenztes Kontingent an Feuerwerksartikeln. Besser beliefert wurden die staatlichen Stellen Handelsorganisation (HO) und Konsum. Doch über bestimmte Großhändler, unter anderem in Gardelegen, konnte sich Buness zusätzliche Artikel sichern, der Bedarf an Knallerei war schließlich groß. Besonders beliebt waren Blitzknaller und Raketen.

Derzeit seien Batteriefeuerwerke mit 300 Schuss der Renner. Die seien zwar etwas teurer, kommen aber bei vielen Feuerwerksfreunden gut an. Hergestellt werden die Produkte in Deutschland und China. Polnische Erzeugnisse sind aufgrund der oft mangelhaften Sicherheit für den Seehäuser tabu. „Wir achten streng auf das BAM-Zeichen, das für ein geprüftes Feuerwerk steht“, so der Altmärker, der ab dem heutigen Donnerstag bis Silvester wieder die Knaller unters Volk bringt.

Von Thomas Westermann

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