Freiwillige Feuerwehrarbeit in Corona-Zeiten gestaltet sich komplizierter

Dienstbetrieb 2020 auf null gefahren

Zwei Männer am Tisch
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Seehausens Wehrchef Enrico Schmidt (l.) und sein Vize Ralf Näbsch müssen die Wehrarbeit anders organisieren.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. Die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren gestaltet sich in Corona-Zeiten komplizierter. Dies weiß auch der Vorsitzende des Bau- und Ordnungsausschusses der Verbandsgemeinde Seehausen, Dieter Bolle, der langjähriger Leiter der wischestädtischen Wehr und Kreisbrandmeister war.

Der Kommunalpolitiker freute sich während der jüngsten Sitzung des Gremiums, dass der Dienstbetrieb weitergehe und malte schon mal ein Horrorszenario, wenn dies nicht der Fall wäre. „Wenn eine komplette Feuerwehr in Quarantäne müsste, wäre das der Hammer.“ Mittlerweile konnte die Jugendarbeit wieder aufgenommen werden. Der Nachwuchs nahm bereits an einem Wettbewerb in diesem Jahr teil, ein weiterer werde folgen.

Doch die Feuerwehrarbeit läuft in den schwierigen Zeiten komplizierter ab, weiß Ralf Näbsch, einer der Vize-Wehrleiter in der Verbandsgemeinde und Enrico Schmidts Stellvertreter in der Kernstadt Seehausen. So wurde der Dienstbetrieb 2020 gänzlich auf null gefahren. Das sei aber aus Gründen der Sicherheit richtig gewesen, um sich vor Infektionen zu schützen. Dennoch: Die Hygieneschutzmaßnahmen seien immer wieder zeitaufwendig. Regelmäßig mussten Fahrzeuge und Gerätschaften desinfiziert werden. „Und etwas verwundert blickten manche Leute, wenn wir mit sechs Fahrzeugen zu Beseitigung einer Ölspur gefahren sind. Der Aufwand musste aber sein zwecks Einhaltung der Hygieneregeln. Wir haben uns daher in kleinen Gruppen auf mehrere Fahrzeuge verteilt.“

Näbsch macht auch auf die Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr aufmerksam. Insgesamt musste 89-mal ausgerückt werden. In diesem Jahr wird es mehr Einsätze geben, denn mit Stand 26. August 2021 wahren die ehrenamtlichen Kameraden schon zu 89 Fällen ausgerückt.

Dieter Bolle als erfahrener Brandbekämpfer wünscht sich für die Zukunft Zuwachs in den freiwilligen Feuerwehren. „Je mehr Leute, desto besser.“ Er denkt insbesondere an die mangelnde Einsatzbereitschaft werktags zwischen 6 und 16 Uhr, da viele Kameraden auswärts arbeiten. „Die Einsätze lassen sich nun mal nicht nach 16 Uhr verschieben.“

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