Hansestadt startet zweiten Anlauf zur Verbesserung der forstwirtschaftlichen Infrastruktur

Feste Wege für Holzabfuhr nötig

Die Holzabfuhr im Seehäuser Stadtforst gestaltet sich zunehmend schwerer. In Sachen Wegebefestigung unternehmen Stadtverantwortliche nun den zweiten Anlauf.
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Die Holzabfuhr im Seehäuser Stadtforst gestaltet sich zunehmend schwerer. In Sachen Wegebefestigung unternehmen Stadtverantwortliche nun den zweiten Anlauf.

Seehausen. Die Hansestadt Seehausen setzt seit Jahren auf den Holzeinschlag. Und die Erlöse aus dem Verkauf bessern die ohnehin klamme Kasse der Kommune nicht unbeträchtlich auf. Rund 170 000 Euro werden dadurch jährlich eingenommen.

Doch der Abtransport des wertvollen Rohstoffes gestaltet sich zunehmend schwieriger. Unbefestigte Wege sind für die schweren Fahrzeuge ein Problem. Der verstorbene Bürgermeister Ewald Duffe stellte im Juli 2012 beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) einen Antrag auf Zuwendungen für die Förderung der forstwirtschaftlichen Infrastruktur. Er beabsichtigte, einen genutzten Weg in der Gemarkung Seehausen ausreichend zu befestigen. Dabei handelt es sich um den Grünen Weg/Birkenweg mit einer Ausbaulänge von circa 1700 Metern. Das damit erschlossene Gebiet umfasst eine Waldfläche von 235 Hektar. Der Ausbau sollte mit einem Tragschichtmaterial erfolgen und anschließend mit einer Deckschicht verdichtet werden, um zukünftig den Abtransport des Holzeinschlags abzusichern.

Obwohl Fördergeld bewilligt wurde, ist die Umsetzung des Vorhabens im Sande verlaufen. Nun kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung. Am Montag beschäftigte sich der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur um Vorsitzenden Dr. Helmut Günther mit der Waldwegeinstandsetzung. Fakt ist, dass die Preise angezogen haben. Mittlerweile wird von einer Investitionssumme von 141 900 Euro gesprochen. Zum Vergleich: Im Dezember 2012 erhielt die Hansestadt Seehausen einen Zuwendungsbescheid über knapp 50 000 Euro. Bei der Bemessungsgrundlage wurden voraussichtliche Gesamtkosten und zugleich förderfähige Nettokosten in Höhe von 71 394 Euro zum Ansatz gebracht.

Doch die Stadtverantwortlichen um Bürgermeister Detlef Neumann müssen handeln. Ist der Waldweg nicht ordentlich befestigt, schwindet der Holzeinschlag und damit die Verkaufserlöse, die die Kommune so dringend braucht. Der Ausschuss votierte bei einer Enthaltung für den Ausbau, der auch dem Brandschutz zugute kommt. Derzeit sei die Strecke mit dem schweren Fahrzeug der Feuerwehr kaum passierbar, weiß Brandbekämpfer Uwe Kamlah, der als sachkundiger Einwohner im Ausschuss mitarbeitet. „Wir haben uns bei Übungen dort schon festgefahren. Nicht auszudenken, wenn es wirklich zu einem Waldbrand kommt“, meint der Seehäuser.

Matthias Kühnel, der ebenfalls als sachkundiger Einwohner dem Gremium angehört, liegt folgendes Anliegen am Herzen: „Es gibt genügend kaputte Wege in Seehausen. Wir müssen den Bürgern erklären, warum die Waldwegbefestigung so wichtig ist.“

Von Thomas Westermann

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