Zuwendungsbescheid liegt vor / Ausschreibung folgt / Sanierungsbeginn offen

Für Ex-Grenzturm in Bömenzien fließt Fördergeld

Der einstige DDR-Grenzturm bei Bömenzien ist der einzig noch erhaltene im Landkreis Stendal.
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Der einstige DDR-Grenzturm bei Bömenzien ist der einzig noch erhaltene im Landkreis Stendal.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Bömenzien – Der Grenzturm in der Gemarkung Bömenzien ist der einzige noch erhaltene steinerne Zeitzeuge seiner Art im Landkreis Stendal. Er befindet sich in einem baulich schlechten Zustand. Das Dach ist undicht, die Fenster kaputt. Dadurch dringt Feuchtigkeit ein.

Die Fassade bröckelt teilweise, sie ist mit Graffiti beschmiert. Im und neben dem Grenzturm befindet sich Unrat.

Die Verantwortlichen in der Verbandsgemeinde Seehausen um Bürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) sehen das Relikt aus DDR-Zeiten als erhaltenswert an. Nicht zuletzt könnte damit in Sachen Tourismus gepunktet werden, da sich der Turm direkt am Radweg des Grünen Bandes befindet. Dass es in der Umgebung keine gastronomischen Angebote gab und noch immer nicht gibt, ist bei den Gedankenspielen nicht von Bedeutung.

Ostkinder: Was diese Graffitischmiererei am Turm bedeuten soll, weiß nur der Verursacher.

Mit der Sanierung wird sich schon lange befasst. Kloths Vorgänger Robert Reck hatte den Turm vom Typ BT 9 seit 2013 auf dem Schirm. Aus finanziellen Gründen hatte sich jedoch nichts getan. Im September des vergangenen Jahres unternahm der Verbandsgemeinderat einen neuen Anlauf: Im Zuge des Projektaufrufs Leader 2020/21 wurden Fördermittel für die Sanierung des Grenzturms beantragt. Mit Unterstützung dieses Geldes sollen das Dach und die Fenster erneuert sowie die Fassade ausgebessert und von Graffiti befreit werden. Im Außenbereich sollen in Zusammenarbeit mit der Seehäuser Gemeinschaftsschule und dem Grenzlandmuseum Schnackenburg Hinweistafeln aufgestellt werden, die die Grenzgeschichte in der Region für Besucher anschaulich darstellen. Außerdem soll eine überdachte Sitzgelegenheit zum Verweilen einladen. Für dieses Projekt werden Gesamtkosten in Höhe von 18 000 Euro veranschlagt. 75 Prozent der Kosten können als Fördermittel beantragt werden. Dies entspricht 13 500 Euro. Die restlichen 25 Prozent, 4500 Euro, sind von der Verbandsgemeinde aufzubringen.

Mittlerweile liege der Zuwendungsbescheid für die Maßnahme vor, äußerte die Wirtschaftsförderin der Verbandsgemeinde, Lisa Weigelt, gegenüber der AZ auf Anfrage. Als nächster Schritt erfolge die Ausschreibung. Der Sanierungsbeginn sei derzeit noch offen.

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