Antrag und Tischvorlage verhindern Haushaltsbeschluss

41 000 Euro müssen eingespart werden

Noch schlummert das Seehäuser Waldbad im Winterschlaf. Am 1. Juni soll in die Saison gestartet werden. Erstmalig wird sich die Verbandsgemeinde an den Kosten beteiligen.
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Noch schlummert das Seehäuser Waldbad im Winterschlaf. Am 1. Juni soll in die Saison gestartet werden. Erstmalig wird sich die Verbandsgemeinde an den Kosten beteiligen.

Seehausen. Den Vorabend ihres Geburtstages hatte sich die Kämmerin der Verbandsgemeinde Seehausen, Katrin Neuber, anders vorgestellt. Akribisch hatte sie in den vergangenen Wochen das Zahlenwerk aufgestellt und Vorschläge aus den Ausschüssen mit eingearbeitet.

Auf der jüngsten Zusammenkunft des Verbandsgemeinderates sollte der Etat verabschiedet werden, doch daraus wurde nichts, worüber sich auch Bürgermeister und Verwaltungschef Robert Reck ärgerte.

Den Stein ins Rollen brachte Abgeordneter Bernd Prange, der gleich mehrere Änderungsanträge einbrachte. So favorisierte er, die 150 000 Euro für die Beendigung der Arbeiten an der Seehäuser Grundschule aus den liquiden Mitteln – früher auch als Rücklage bezeichnet – zu finanzieren. Diesem Vorschlag stimmte die Mehrheit auch zu. Weniger Erfolg hatte Prange, als er die geplante Stelle für die Wirtschaftsförderung in der Verbandsgemeinde aussetzen wollte. Für ihn seien die rund 42 000 Euro, die pro Jahr dafür ausgegeben werden müssen, angesichts der angespannten Haushaltssituation zu viel. Doch dem folgten die Mehrheit der Räte nicht. Die Stelle wird ab April geschaffen. „Die Wirtschaftsförderung hat für uns einen hohe Bedeutung“, machte Ratsherr Udo Seidel deutlich.

Aber nicht nur Prange war der Auslöser, dass der Haushalt nicht verabschiedet werden konnte. Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann reichte kurz vor der Sitzung eine Tischvorlage ein, für die der Verbandsgemeinderat mehrheitlich votierte. Da die Übernahme der Stadtinformation und des Waldbades in Trägerschaft der Verbandsgemeinde laut Neumann immer unwahrscheinlicher werde, „schlage ich eine kurzfristige Lösung vor“. Die Verbandsgemeinde plane in ihrem Haushalt 2014 eine Summe zur Unterstützung der Hansestadt Seehausen ein. Die Stadt habe einen Beschäftigten, der im Bereich Tourismus mit 15,5 Stunden tätig sei. Daraus entstünden 13 785,84 Euro Personalkosten pro Jahr. Diese Kosten sollte die Verbandsgemeinde zur finanziellen Unterstützung der Hansestadt übernehmen. Die zweite Stelle trage die Stadt nach wie vor selbst. Ebenso wie die Stadtinfo habe Neumann zufolge auch das Waldbad Bedeutung für die Menschen aus der Verbandsgemeinde, denn nicht nur Seehäuser nutzen es. Die Freizeitstätte verursachte in den vergangenen vier Jahren Kosten im Durchschnitt von 54 531,09 Euro. Der Bürgermeister plädiert dafür, dass die Verbandsgemeinde 27 000 Euro im diesjährigen Etat aufnimmt und die Kosten für die Hansestadt dadurch halbiert werden. Für Neumanns Vorschläge gab der Verbandsgemeinderat grünes Licht. Verwaltungschef Reck ist nicht gerade erfreut über den Schnellschuss des Stadtoberhauptes. Sowohl er als auch die Kämmerin vertreten die Auffassung, dass die Vorschläge schon während der Haushaltsdiskussion vor Wochen hätten eingereicht werden können. Katrin Neuber muss nun erneut rechnen, um den Etat passgerecht zu machen. Eingespart werden müssen übrigens rund 41 000 Euro.

Von Thomas Westermann

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